Wie geht es nach Krankengeld weiter

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Dominik

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Hallo ihr Lieben und nochmals ein frohes neues Jahr an alle. Hoffe ihr seid gut rein gerutscht.

Ich habe da mal ein paar Fragen und hoffe der ein oder andere kennt sich ein bisschen mit der Thematik aus.

Es geht darum dass bald mein Krankengeld abläuft. Das heißt ich bekomme kein Krankengeld mehr da ich schon länger krank geschrieben bin. Jetzt frage ich mich natürlich wie es danach finanziell weiter geht. So wie ich das bis jetzt mitbekommen habe muss ich dann ALG2 beantragen. Die Frage ist aber ob das heißt, dass ich dann direkt dazu verpflichtet werden kann wieder zu arbeiten. Verstehet mich nicht falsch... ich möchte mich auf keinen Fall vor der Arbeit drücken. Aber ich bin derzeit noch nicht in der Lage wieder arbeiten zu gehen.

Wie läuft das denn ab? Hat da jemand Erfahrung?


Lieben Gruß
Dominik
 

Kathleen

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Ich bin auch ausgesteuert worden. Du musst dich mit dem Schreiben der Krankenkasse beim AfA melden. Dir steht ALG1 nach - Nahtlosregelung § 145 SGB III zu.
http://www.haufe.de/sozialwesen/sgb...losigkeitsregelung_idesk_PI434_HI1481825.html

1 Zweck der Nahtlosigkeitsregelung
Bei der Nahtlosigkeitsregelung handelt es sich um eine Sonderform des Arbeitslosengeldes. Sie kommt typischerweise in Betracht, wenn ein dauerhaft leistungsgeminderter Arbeitnehmer seinen Anspruch auf Krankengeld ausgeschöpft hat (sog. Aussteuerung), ehe der Rentenversicherungsträger über eine Rente wegen voller Erwerbsminderung entschieden hat
Es kann sein, dass Du zum Amtsarzt der AfA vorgeladen wirst um deine Arbeitsfähigkeit einzuschätzen, was meistens am Schreibtisch passiert ohne Untersuchung *blau*

Mich hat man als gesund eingestuft und ich musste mich bewerben, obwohl ich meine Stelle noch hatte *wand* und der Rentenantrag lief.

Du musst darauf achten, dass Du mit deinem Restleistungsermögen dem Arbeitsamt zur Verfügung stehst.
 

Kathleen

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§ 145 SGB III - Minderung der Leistungsfähigkeit
Stand: Aktualisierung 04/2012

(1) Anspruch auf Arbeitslosengeld hat auch eine Person, die allein deshalb nicht arbeitslos ist, weil sie wegen einer mehr als sechsmonatigen Minderung ihrer Leistungsfähigkeit versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigungen nicht unter den Bedingungen ausüben kann, die auf dem für sie in Betracht kommenden Arbeitsmarkt ohne Berücksichtigung der Minderung der Leistungsfähigkeit üblich sind, wenn eine verminderte Erwerbsfähigkeit im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung nicht festgestellt worden ist. Die Feststellung, ob eine verminderte Erwerbsfähigkeit vorliegt, trifft der zuständige Träger der gesetzlichen Rentenversicherung. Kann sich die leistungsgeminderte Person wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht persönlich arbeitslos melden, so kann die Meldung durch eine Vertreterin oder einen Vertreter erfolgen. Die leistungsgeminderte Person hat sich unverzüglich persönlich bei der Agentur für Arbeit zu melden, sobald der Grund für die Verhinderung entfallen ist.

(2) Die Agentur für Arbeit hat die leistungsgeminderte Person unverzüglich aufzufordern, innerhalb eines Monats einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen. Stellt sie diesen Antrag fristgemäß, so gilt er im Zeitpunkt des Antrags auf Arbeitslosengeld als gestellt. Stellt die leistungsgeminderte Person den Antrag nicht, ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld vom Tag nach Ablauf der Frist an bis zum Tag, an dem sie einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben oder einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung stellt. Kommt die leistungsgeminderte Person ihren Mitwirkungspflichten gegenüber dem Träger der medizinischen Rehabilitation oder der Teilhabe am Arbeitsleben nicht nach, so ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld von dem Tag nach Unterlassen der Mitwirkung bis zu dem Tag, an dem die Mitwirkung nachgeholt wird. Satz 4 gilt entsprechend, wenn die leistungsgeminderte Person durch ihr Verhalten die Feststellung der Erwerbsminderung verhindert.

(3) Wird der leistungsgeminderten Person von einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung wegen einer Maßnahme zur Rehabilitation Übergangsgeld oder eine Rente wegen Erwerbsminderung zuerkannt, steht der Bundesagentur ein Erstattungsanspruch entsprechend § 103 des Zehnten Buches zu. Hat der Träger der gesetzlichen Rentenversicherung Leistungen nach Satz 1 mit befreiender Wirkung an die leistungsgeminderte Person oder einen Dritten gezahlt, hat die Empfängerin oder der Empfänger des Arbeitslosengeldes dieses insoweit zu erstatten.
 

Kathleen

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Achtung: Änderungen beim ALG I – § 125 SGB III jetzt neu: § 145 SGB III

Achtung: Änderung beim Verfahrensablauf bei der Anwendung der Nahtlosigkeitsfälle
Es ist zutreffend, dass der Verfahrensablauf bei der Anwendung der Nahtlosigkeitsfälle geändert wurde. Eine Bewilligung des Arbeitslosengeldes im Rahmen des § 145 SGB III ist nunmehr grundsätzlich erst nach erfolgter ärztlicher Begutachtung - mit Aussage des ärztlichen Dienstes: Kunde kann länger als 6 Monate keine versicherungspflichtige Beschäftigung ausüben – möglich.
Damit Zahlungslücken, z.B. Ende des Krankengeldbezuges, vermieden werden, ist der Kunde bei der Arbeitslosmeldung über das Erfordernis der ärztlichen Begutachtung zu informieren und auch auf eine rasche Mitwirkung (Rückgabe des Gesundheitsfragebogens, Schweigepflichtentbindungserklärung etc.) seinerseits hinzuweisen.
Verzögert sich die ärztliche Begutachtung – länger als 3 Wochen – trotz Vorlage der Unterlagen durch den Kunden kann eine vorläufige Entscheidung nach § 328 Abs. 1 Nr. 3 SGB III getroffen werden.
Bei Leistungsgewährung im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung müsste spätestens innerhalb eines Monats nach Aufforderung durch die Bundesagentur für Arbeit der Reha-Antrag gestellt werden (§ 145 Abs. 2 SGB III). Die Aufforderung zur Reha-Antragstellung erfolgt in der Regel mit der Bewilligung des Arbeitslosengeldes.”


http://www.crps-nrw.de/aktueller-pr...beim-alg-i-125-sgb-iii-jetzt-neu-145-sgb-iii/
 

Dominik

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Hallo,

folgende Situation: ich wurde vor drei Monaten (zwei Monate vor der Aussteuerung) von der Krankenkasse benachrichtigt dass ich kein Krankengeld mehr erhalte da ich laut Akteneinsicht Arbeitsfähig bin. Widerspruch wurde eingelegt. Daraufhin meldete ich mich bei der Agentur für Arbeit. Dort wurde ich an das Jobcenter verwiesen. Mein Hausarzt und meine Neurologin schreiben mich weiterhin krank. ALG2 Antrag wurde bewilligt. Heute habe ich einen Anruf von der Krankenkasse bekommen. Meinem Widerspruch wurde stattgegeben und ich erhalte nun zwei weitere Monate Krankengeld bis zur Aussteuerung.

Nun bekomme ich ja nach der Aussteuerung ALG1 nach - Nahtlosregelung § 145 SGB III insofern ich weiterhin krank geschrieben bin.

Bei ALG2 hatte ich ca. 1200 Euro bekommen. Ich schätze dass ich bei dem ALG1 Geld weniger bekommen werde. Gibt es da dann die Möglichkeit das Geld durch ALG2 aufstocken zu lassen?

Freue mich jetzt schon auf den Papierkram *wand*
 

Kathleen

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Bei ALG2 hatte ich ca. 1200 Euro bekommen. Ich schätze dass ich bei dem ALG1 Geld weniger bekommen werde. Gibt es da dann die Möglichkeit das Geld durch ALG2 aufstocken zu lassen?

Freue mich jetzt schon auf den Papierkram *wand*
1200€ ist sehr viel. Bist du sicher?
ALG 2 ist doch Hartz4.
ALG 1 ist das normale Arbeitslosen Geld und wird 1 Jahr bezahlt. Danach greift dann ALG 2 (Hartz 4)

Dir steht ALG 1 zu!
 

Dominik

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Ja bin mir sicher. Davon gehen halt noch Miete und so ab. Ist Hartz4 genau. ALG1 kann ich dann aber gegebenenfalls aufstocken oder?
 

Kathleen

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Ja bin mir sicher. Davon gehen halt noch Miete und so ab. Ist Hartz4 genau. ALG1 kann ich dann aber gegebenenfalls aufstocken oder?
Ja, kannst Du, wenn Du abzüglich aller Kosten unter dem Satz liegst.
Allerdings denke ich, dass bei 1200€ für eine Person nicht viel aufstockende Hartz4 Leistung geben wird. Wenn überhaupt.
 

P.A.

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In dem Moment, wo es zu ALG II wechselt, wird das Einkommen deiner Freundin komplett angerechnet, also als eigenes Einkommen. Normaler Satz als Alleinstehender, der du ja nicht bist, ist 399,€.
LG PA
Bei Nachfragen gerne per pn
 
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