[PA] Angst zu sterben - Vorbereitung

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Dominik

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Wollte mal fragen vor was genau ihr während einer Panikattacke Angst habt. Sicherlich haben einige von euch Angst umzukippen und nie mehr aufzustehen. Aber warum? Mich interessiert das sehr da ich für mich eine ziemlich gute Lösung gefunden habe. Geht doch mal in euch und schreibt hier auf was genau euch Angst macht.

Ich möchte euch mal erzählen vor was ich am meisten Angst habe. Natürlich auch vorm sterben. Ich hänge sehr an meinem Leben und kann den Gedanken nicht ertragen nicht mehr da zu sein. Es gibt so viele schöne Dinge in meinem Leben. Familie, Musik, Natur...

Außerdem habe ich immer Angst nicht zu wissen was mit meiner Familie passiert. Das ich plötzlich einfach nicht mehr da sein kann für sie. So ganz !unvorbereitet! Und da liegt ein Teil der Lösung. VORBEREITUNG

Zum Beispiel habe ich Abschiedsbriefe geschrieben. Falls ich mal sterben sollte, bekommt meine Familie einen Brief von mir in dem ich viele persönliche Dinge geschrieben habe.

Ich schaue auch immer, dass ich in meiner Wohnung kein Chaos hinterlasse. Einfach weil es mich beruhigt zu wissen, dass im Fall der Fälle Ordnung ist und meine Familie nicht mühsam mein Papierkram durchsuchen muss. Wichtige Vertragsdaten habe ich in einem Ordner und nicht irgendwo rumliegen. So Kleinigkeiten halt.

Außerdem habe ich mir mal intensiv Zeit genommen um über alles nachzudenken. Ich habe mich mit dem Tod auseinandersetzt. Ich bin nicht gläubig und an den Himmel glaube ich auch nicht so wirklich. War also keine leichte Sache das ganze anzugehen aber ich bin mit meinen Gedanken zufrieden.

Ich finde, dass mir das ganze ziemlich geholfen hat. Ich habe allgemein viel weniger Panikattacken als früher und wenn ich mal eine habe, so akzeptiere ich das. Ich kann viel leichter damit umgehen eben weil ich mich gewissermaßen vorbereitet habe und nicht mehr so viele Gedanken daran verschwenden muss. Während einer Panikattacke werde ich mir darüber bewusst und ich komme viel leichter wieder raus. Ich habe es sogar geschafft mir eine gewisse "leck mich am Ar***" Einstellung anzueignen. Während einer Panikattacke ist es mir dann egal ob ich sterben könnte. Einfach weil ich keinen Bock mehr auf diesen Mist habe. "Ich will kein Leben mit Panikattacken also kann ich ruhig sterben". Ich merke dann wie ich richtig wütend werde. Und das hilft mir auch extrem. Es dauert keine zwei Minuten und ich habe die Panikattacke überstanden. Ohne Benzos. Einfach nur mit meinen Gedanken und mit einer Vorbereitung. Ich habe mir den Stress quasi einfach vorverlegt und in ruhigen Stunden darüber nachgedacht anstatt während einer Panikattacke in der man nicht lange Zeit hat vernünftig nachzudenken.

So sieht derzeit meine Taktik aus und ich bin dabei diese noch weiter auszubauen. Ich bin übrigens bei keinem Therapeuten mehr. Ich kann das Gelaber dort einfach nicht mehr mit anhören. Während einer Therapiestunde fragte ich mich einfach nur was der ganze Mist soll. Der Typ mag sich vielleicht mit Psychologie und so auskennen aber mich kennt er nicht. Ich bin immer noch derjenige der mich am meisten kennt. Es wird Zeit was zu ändern und die Sache selber anzupacken!
 
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Kathleen

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Ich habe es sogar geschafft mir eine gewisse "leck mich am Ar***" Einstellung anzueignen. Während einer Panikattacke ist es mir dann egal ob ich sterben könnte. Einfach weil ich keinen Bock mehr auf diesen Mist habe. "Ich will kein Leben mit Panikattacken also kann ich ruhig sterben". Ich merke dann wie ich richtig wütend werde.
Ja, genau so *jaa* Diese Gedanken helfen mir auch sehr.
Auf diese Weise habe ich jahrelang keine Ängste oder Panikattacken mehr gehabt.
In letzter Zeit treten sie leider wieder auf ( ich kenne den Grund), aber sie sind mir egal.
Es ist wie es ist - im Moment. PUNKT.
Angst zu sterben hatte ich nie - denn irgendwann müssen wir alle gehen, das ist die Natur und ändern kann ich auch nichts daran.
Auch nicht, wenn ich Angst davor habe. Im Gegenteil - ich versaue mir das Leben mit den Gedanken.

Ich bin ja letztes Jahr mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gekommen. Seitdem habe ich immer eine kleine Tasche parat, darin befinden sich Dinge für eine Nacht. Das beruhigt mich. Auch habe ich meinem Sohn gesagt wo er was findet, wenn was passiert. (Geld, Papiere etc..)
Es gibt eine Patientenverfügung, eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung.

Ich habe für im Falle des Falles alle Entscheidungen selbst festgelegt, so muss sich mein Sohn nicht damit belasten. Das ist mir wichtig.
 

pippi1710

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Also wenn ich eine PA habe, dann habe ich natürlich auch die üblichen Ängste wie umkippen usw. Aber bei mir ist es schon so, dass ich Angst vor dem Tod habe, diese Angst hab ich allerdings auch so, die macht dann meistens PAs...

Ich habe noch nichts dergleichen hergerichtet, weil ich dann wohl noch mehr Angst hätte zu sterben bzw vor dem Sterben bzw Tod. Ich würde glaub ich annehmen, dass ich dann mit dem Leben abgeschlossen hätte.

Diese Ängste werde ich auf jeden Fall noch in der kommenden stationären Therapie ansprechen, mal sehen, was da rauskommt.

Lieben Gruß an euch :)
 

Kathleen

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Außerdem habe ich immer Angst nicht zu wissen was mit meiner Familie passiert. Das ich plötzlich einfach nicht mehr da sein kann für sie. So ganz !unvorbereitet!
Was machst du denn, wenn du mal Kinder haben solltest?
 

Kathleen

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Was sollte dann sein?
Wenn du jetzt so eine Angst hast, deine (erwachsene?) Familie zurück lassen zu müssen - wie schlimm muss es dann sein, wenn du eigene Kinder hast?
Ich hatte schon Angst, dass mir was passiert, bevor mein Kind selbstständig ist.
Ich denke aber, dass das ein stückweit normal ist.
 

Dominik

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Naja... ich wüsste ja, dass meine Familie in gutem Händen ist und gegenseitig sehr auf sich aufpassen. Mir ging es eher darum, dass ich emotional nicht mehr für sie da sein kann. Und dass sie vielleicht traurig sind wenn ich nicht mehr da bin.
 

Kathleen

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Ganz sicher wäre deine Familie traurig. Das ist doch normal.
So sieht derzeit meine Taktik aus und ich bin dabei diese noch weiter auszubauen.
Wie sieht das aus?

Pippis Gedanken dazu finde ich interessant:
Ich habe noch nichts dergleichen hergerichtet, weil ich dann wohl noch mehr Angst hätte zu sterben bzw vor dem Sterben bzw Tod. Ich würde glaub ich annehmen, dass ich dann mit dem Leben abgeschlossen hätte.
 

Dominik

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Es sieht so aus, dass ich weiterhin an mir arbeite. Durch meine "Taktik" habe ich ja schon mal einen Grundpfeiler auf den ich aufbauen kann. Es sind viele verschiedene Dinge an denen ich arbeite. Auch um mein allgemeines Wohlbefinden wieder zu steigern. Das fängt bei der Ernährung an und geht weiter bis zum gedanklichen Training. Auch habe ich hier im Forum ja mal das Thema CBD angeschnitten. Oder auch das mit den verschiedenen Kräuter (mit denen ich immer noch experimentiere). Ich versuche halt viel auszuprobieren. Das brauch Zeit aber ich bin mir sicher, dass ich für mich alles richtig mache. Auch meine Wahl nicht mehr zum Therapeuten zu gehen halte ich für einen richtigen Schritt um selbstständig mit meinen Problemen fertig zu werden. Dazu fühle ich mich in der Lage und ich merke auch, dass Erfolge die man alleine erzielt viel mehr wert sind.

Pippis Gedanken zu dem Thema kann ich gut nachvollziehen. Aber ich habe ja nicht mit dem Leben abgeschlossen. Ganz im Gegenteil, ich mache das alles ja eigentlich nur um ein angenehmes Leben zu haben. Um ein Teil der unangenehmen Gedanken los zu werden bzw. schon abgearbeitet zu haben. Sicherlich ist meine Vorgehensweise nicht jedermanns Sache. Da muss halt jeder für sich den besten Weg finden.

Ich habe das Thema aber eröffnet um mal in Erfahrung zu bringen wem es so ähnlich wie mir geht da ich mir über diese Dinge immer Gedanken gemacht habe während einer Panikattacke.
 

pippi1710

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Das ist gut wenn du mit dem Leben noch nicht abgeschlossen hast, ivh ja auch nicht, es wäre wohl nur so ein Gefühl, wenn ich sowas richten sollte...
 
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