Medikament nehmen ja/nein ?

Helfen Sie mit, Leben mit Angst zu unterstützen:

silberauge

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Ja, unbedingt. Meiner Meinung nach hat es (auch?) was mit dem Gehirnstoffwechsel zu tun.

Ich denke, es hat auf jeden Fall mit dem Gehirnstoffwechsel zu tun. Nur ist dieses Gebiet leider noch nicht sehr erforscht, man weiß einfach nicht genau, was WIRKLICH im Gehirn passiert, man vermutet es nur. Man weiß auch nicht genau, wie moderne Antidepressiva wirken. Auch hier Vermutungen und verschiedene Theorien, die sich zum Teil sogar widersprechen. Irgendetwas wirkt, aber warum sprechen die einen darauf an und andere gar nicht?

Ein kompliziertes Organ, das Gehirn!
 

silberauge

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Hier stellt sich natürlich bei Angstbetroffenen die Frage, ob nicht die Angst vor Medikamenten Bestandteil der Angsterkrankung ist.

Da kann sicher etwas dran sein, aber viele Angstpatienten werden auch von Therapeuten diesbezüglich noch weiter oder erst recht verunsichert. Vor allem Verhaltenstherapeuten (und zu denen wird man als Angstpatient meist als erstes geschickt) neigen dazu, ihren Patienten zu erzählen, Medikamente würden das Vermeidungsverhalten bei Angst fördern und man würde seine Angst so nie los. Mir ist das auch schon so gesagt worden und ich weiß sogar von einem Verhaltenstherapeuten, der Patienten gar nicht behandelt, solange sie Medikamente nehmen. Diese müssen dann erst "clean" werden, wenn sie in den Genuss seiner Therapie kommen wollen.
 

silberauge

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Die Theorie dahinter ist ja, man würde seine Angst unter einem Medikament nicht richtig spüren und so auch nicht die Erfahrung machen, wie die Angst abnimmt, wenn man sie konfrontiert. Außerdem würde man sich mit der Einnahme der Medikamente "beweisen" dass die Angst gefährlich sei und man sie bekämpfen müsse und auch diese Sichtweise würde die Angst aufrechterhalten.
Der Neurologe/Psychiater dagegen sagt, die Ursache der Angst sei eine Störung im Gehirn und müsse/könne mit Medikamenten bekämpft/behandelt werden. Was soll man da als Angstpatient bloß glauben?
Mich haben diese unterschiedlichen Aussagen jedenfalls immer sehr verunsichert und dazu geführt, dass ich mal Medikamente nahm/nehme und mal nicht. Und immer wieder darüber nachgrübele, was nun richtig/falsch ist, da es schließlich um meine Gesundheit geht und den richtigen Weg einzuschlagen.
 
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ilcaffé

il caffé
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Darüber streiten sich die Gelehrten ja auch heftig in letzter Zeit.
Überhaupt die Vorgänge des Gesamten Nervensystems, der Mensch ist ja nicht nur Kopfgesteuert, sollten vielleicht einmal mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Was mich schon etwas beschäftigt. Mein Vater hatte im gleichen Alter wie ich jetzt bin, mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, war zu einer Therapie und nahm Medis. Nach fast 10 Jahren besserte es sich dann. Das Medikament setze er in dieser Zeit selbst ab. Heute sind bestimmte Symptome immer noch in abgeschwächter Form vorhanden.

il caffè
 

Wasserkran

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Die Theorie dahinter ist ja, man würde seine Angst unter einem Medikament nicht richtig spüren und so auch nicht die Erfahrung machen, wie die Angst abnimmt, wenn man sie konfrontiert. Außerdem würde man sich mit der Einnahme der Medikamente "beweisen" dass die Angst gefährlich sei und man sie bekämpfen müsse und auch diese Sichtweise würde die Angst aufrechterhalten.
Der Neurologe/Psychiater dagegen sagt, die Ursache der Angst sei eine Störung im Gehirn und müsse/könne mit Medikamenten bekämpft/behandelt werden. Was soll man da als Angstpatient bloß glauben?
Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Soviel ich weiß, führt eine erfolgreiche Verhaltenstherapie dazu, dass der Hirnstoffwechsel sich ändert. Umgekehrt führt eine medikamentöse Veränderung des Hirnstoffwechsels zu Änderungen im Verhalten. Deswegen ist die herrschende Lehrmeinung auch, dass eine Kombination von Medikament und Psychotherapie die beste Wirkung verspricht. Allerdings sind manche Ärzte der Ansicht, dass wegen der Nebenwirkungen, die eben jedes Medikament hat, leichte Fälle ohne Medikament behandelt werden sollten und die Psychotherapie ausreiche. Andererseits besteht eine der Indikationen für Antidepressiva darin, dass eine ausreichende Therapiemotivation nicht vorhanden ist.
 

Lutz

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Meine Umweltfaktoren im Arbeitsumfeld verschlechtern sich.

Meine Kollegin länger krank wegen Herzkasper.

Mehr Arbeit und Verantwortung für mich.

Seit Ende Januar kein freies Wochenende gehabt.

Also die Signale stehen auf knallrot, Aufpassen, dass nicht alles so eskaliert und aus dem Gleichgewicht kommt, dass es zusammenbricht und mich dahin zurückwirft, wo ich mal war.

Heute hatte ich eine für mich arg stressige Situation.

Ein Fotoshooting mit der Geschäftsführung.

Also habe ich mich gestern beim Zurechtmachen meiner Tablettenbox entschieden Montag früh, also heute, das Opipramol einmalig von 50 auf 100 mg zu erhöhen.

Das Fotoshooting habe ich generös überstanden, der restliche Tag lief sehr gut.

Also glücklich und zufrieden den Tag nochmal vorbeiziehen lassen und da kam plötzlich der Gedanke, ist ja alles nichts wert, da ich ja die Dosis erhöht hatte.

Nun kommt es. Nach dem Essen vorhin nehme ich die Tablettenschachtel in die Hand um meine Zuckertablette zu nehmen und denke, da stimmt doch was nicht.

Ich hatte die einzelnen Schachteln für die Wochentage falsch in die Box eingeordnet und habe heute morgen die Tabletten für Sonntag genommen, also die normale Dosis von 50 mg.

*denk*

Was ist die Moral von der Geschichte?

Ob ein Erfolg mit oder ohne medikamentöse Unterstützung mehr oder weniger hoch zu werten ist, hängt einzig und allein von der Einstellung dazu im Kopf ab.

Es ändert nichts am Fakt, dass man das Leben gemeistert hat.
 

silberauge

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Ich finde es völlig in Ordnung MIT Medikamenten sein Leben zu meistern, wenn es ohne eben nicht geht. Ich bin außerdem auch der Meinung das man nicht ALLES therapieren kann. Mit einigen Macken muss man vielleicht auch "einfach" leben lernen.

Lutz, wirkt Opipramol bei dir auch stimmungsaufhellend, also gegen Depri, oder nimmst/brauchst du sie nur gegen Angst?
 
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Lutz

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Hallo Silberauge,

keine großen Ängste mehr zu haben ist ja stimmungsaufhellend an sich.

Also die angstreduzierende Wirkung ist bei mir sehr gut, die stimmungsaufhellende Wirkung einer Flasche Feierabendbier ist größer, um es mal salopp zu sagen.
 

Kathleen

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Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Soviel ich weiß, führt eine erfolgreiche Verhaltenstherapie dazu, dass der Hirnstoffwechsel sich ändert. Umgekehrt führt eine medikamentöse Veränderung des Hirnstoffwechsels zu Änderungen im Verhalten. Deswegen ist die herrschende Lehrmeinung auch, dass eine Kombination von Medikament und Psychotherapie die beste Wirkung verspricht. Allerdings sind manche Ärzte der Ansicht, dass wegen der Nebenwirkungen, die eben jedes Medikament hat, leichte Fälle ohne Medikament behandelt werden sollten und die Psychotherapie ausreiche. Andererseits besteht eine der Indikationen für Antidepressiva darin, dass eine ausreichende Therapiemotivation nicht vorhanden ist.
Sehr guter Beitrag. Genauso denke ich auch.
Ich finde es völlig in Ordnung MIT Medikamenten sein Leben zu meistern, wenn es ohne eben nicht geht. Ich bin außerdem auch der Meinung das man nicht ALLES therapieren kann. Mit einigen Macken muss man vielleicht auch "einfach" leben lernen.
*jaa*
 

silberauge

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Hallo Silberauge,

keine großen Ängste mehr zu haben ist ja stimmungsaufhellend an sich.

Also die angstreduzierende Wirkung ist bei mir sehr gut, die stimmungsaufhellende Wirkung einer Flasche Feierabendbier ist größer, um es mal salopp zu sagen.

Hallo Lutz,

die angstreduzierende Wirkung ist bei mir so mittel und von Stimmungsaufhellung bemerke ich kaum etwas. In sehr angstbesetzten stressigen Situationen muss ich manchmal noch ein Benzo zusätzlich nehmen. Kam in letzter Zeit öfter vor und das finde ich nicht so toll.

In welcher Dosierung nimmst du das Opipramol und wie verteilst du es über den Tag?
 
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Lutz

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Huhu Silberauge,

früh 50mg und vorm Schlafen 100 mg.

Wenn es sehr stressig wird nehme ich selten auch mal früh 100 mg.

Benzo habe ich schon ewig nicht mehr gebraucht.
 

Satan

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Opi 100 nahm ich damals 3 Mal täglich und es half, bis mir der Neurologe sagte, es seien Kindertabletten. Dann war natürlich die Wirkung im Hintern, was mich sehr ärgerte. Ein anderer Neurologe, nach Wechsel, sagte dann, dass das ganz normale AD seien und keine Kindermedikamente. Jedoch wirkten sie dann nicht mehr bei mir und ich griff dann eben auch zum Feierabendbier und schlief dann auch prompt durch. Insgesamt nehme ich einen leichten Blutdrucksenker und den seit 2 Jahren, als das Burnout seine Hochphase hatte. Trotzdem blieb er relativ hoch und durch berufliche Veränderung ist er jetzt relativ ruhig bei 115 /80 und der Puls auch so um die 80 und das finde ich ser angenehm, weil ich eben auch keine Aufregung brauche, trotz der Schwere der Fälle zum Teil. Aber der Job ist zu 90% des Wohlbefindens zuständig, denn da verbringt man dann doch schonden Großteil seiner Zeit, mehr als in Kneipen, Wohnzimmer oder Restaurants oder Sportanlagen :D Früher trank ich wenn es mir schlecht ging, das mache ich nicht mehr, denn dadurch wird es nur noch schlimmer. Bei guter Laune ein Pils auf den Zahn und die Seele lacht :D
 

silberauge

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Huhu Silberauge,

früh 50mg und vorm Schlafen 100 mg.

Wenn es sehr stressig wird nehme ich selten auch mal früh 100 mg.

Benzo habe ich schon ewig nicht mehr gebraucht.

Habe jetzt auch mal erhöht, habe nur 75 mg genommen. Problem ist, dass ich die schlimmste Angst eher morgens habe, aber gerade da machen mich die Opis so müde, dass ich fast im Stehen einschlafen könnte und mein Blutdruck so in den Keller geht. Probiere jetzt mal 25mg morgens, 25 mittags und 100 abends.
 
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silberauge

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Satan, ist ziemlich blöd von dem Neurologen, sowas zu behaupten. Opipramol hilft zwar nicht jedem aber doch vielen. Nur weil das Medikament schon älter ist, muss es ja nicht schlecht sein. Die hochgelobten "modernen" SSRI helfen auch längst nicht jedem und man weiß noch nicht mal genau wie sie eigentlich wirken, alles nur Vermutungen.
 

Satan

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Satan, ist ziemlich blöd von dem Neurologen, sowas zu behaupten. Opipramol hilft zwar nicht jedem aber doch vielen. Nur weil das Medikament schon älter ist, muss es ja nicht schlecht sein. Die hochgelobten "modernen" SSRI helfen auch längst nicht jedem und man weiß noch nicht mal genau wie sie eigentlich wirken, alles nur Vermutungen.
Fand ich damals auch, vor allem weil es mir richtig gut damit ging und der Effekt dank der Aussage weg war. Aber das war eh ein komischer Kerl. Wollte mir einfach was Heftiges verschreiben und Zack alle gute Wirkung weg und Nebenwirkungen wie verrückt.
 

silberauge

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Viel Erfolg *ja* !

Danke! Leider klappt das nicht so gut, werde zu müde tagsüber und kann mich dann kaum noch konzentrieren und der Kreislauf spinnt. Bin jetzt auf 100mg zurück, die ich abends nehme. Weißt du zufällig, ob man Neurapas (Johanniskraut, Passionsblume, Baldrian) mit Opipramol kombinieren kann? Das wäre ja vielleicht eine Option für tagsüber. Habe erst nach Ostern einen Termin bei Doc und die Apothekerin konnte nichts finden über Wechselwirkungen. Zumindest weiß ich dass Johanniskraut nicht mit SSRI zusammen genommen werden darf.
 

Lutz

Mod i.R.
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Opipramol ist kein SSRI, sondern ein trizyklisches Antidepressiva.

Auch diese können sich gegenseitig mit Johanniskraut verstärken, wobei es wohl auf die Dosis ankommt.

http://www.apotheken-umschau.de/Med...31.html?mode=drugInteraction#medanker_risiken

Hier kannst du Wechselwirkungen von Medikamenten erfahren.

In der Datenbank sind keine Nebenwirkungen zwischen Opipramol und Neuropas hinterlegt, wie auch schon Deine Apothekerin sagt.

Um sicher zu gehen - Arzt fragen.
 
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