Leben mit Angst und Zwang

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elana

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Hallo liebe Foris

Ich habe ja eigentlich als Diagnose Zwänge (vor allem Kontrollzwang) und einen zwanghaften Persönlichkeitsstil, wobei auch hier Angst der "Motor" ist. Ich leide deswegen auch immer wieder unter Arbeitsblockaden und psychosomatischen Symptomen, die der Paniksymptomatik sehr ähnlich oder vielleicht sogar identisch sind. Die Behandlung ist jedenfalls dieselbe. Weiter habe ich dadurch ausgelöst eine Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (inkl. Fibromyalgie) seit Jugend an.

Ich gehe nun das zweite Jahr in Therapie. In 4 Tagen habe ich einen belastenden Termin als Beistand, gleich am anderen Tag kann ich zu meinem Thera, der mich dann wieder aufbauen kann. Aber heute ist ein "guter Tag". Ich freue mich, weil ich beruflich weitergekommen bin und schrieb das auch meinem Thera, der gleich zurückschrieb und sich mitfreute. Und jetzt hab ich Hunger und will noch meinen Pflegesohn/Neffen sehen. *essen*
 

Lanoya

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hallo
auch ich hab die diagnose zwang bei mir handelt es sich um zwangsgedanken schreckliche gedanken, ich dachte ich drehe durch oder bin verrückt bis ich mich mal im internet schlau machte... was das überhaupt ist dann bin ich zum arzt gegangen und habe ihm gesagt was los ist er diagnoszitierte eine depression angst und zwangsgedanken...
seid dem 17.1 nehm ich citalopram seit kurzer zeit 30 mg...

die schrecklichen zg sind nicht weg sie haben sich nur auf mich verlagert und es ist mir peinlich darüber zu reden.
 

xeni

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Hallo,

ich hatte lange Zeit mit Zwangsgedanken zu tun und empfand es als Symptom ziemlich heftig. Eigentlich war das einer der schlimmsten Symptome, weil man ja gerade solche Gedanken nicht denken will:(

Ich habe alles mögliche ausprobiert, geholfen hat am besten, die Gedanken in Ruhe zu lassen und objektiv zu betrachten...im Nachhinein glaube, dass sie ein Ventil für erhöhten Stresspegel und mangelndes inneres Selbstwertgefühl und Selbstbestimmtheit waren...

LG
 

elana

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@Lanoya

Machst Du denn jetzt eine Therapie deswegen?

@xeni

Hast Du das allein geschafft oder in Therapie?
 

freddy

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was habe ich eigentlich für eine therapeutin ??
bei einer sitzung in ihrer praxis sprachen wir ( beiläufig) über sauberkeit in der wohnung. bei der gelegenheit haben wir auch darüber gesprochen wer wie oft was saubermacht und ob es zwanghaft wäre. ich sagte ihr dann das ich mein wc 2-3 die woche saubermachen würde, weil ich auch oft besuch habe !!
sie sagte dann das es zuviel wäre und fast zwanghaft wäre...halloo...gehts noch oder ist es wirklich zuviel ?
 

Lanoya

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scheinbar zu viel denn mir wurde das selbe gesagt, ich wische meine wohnung jeden 2 tag, und putze mein bad jeden taq und jeden 2 tag mit scheuermilch. bei mir ist es hygienisch und sauber ich bin perfektionistisch... leider.. anderseits sag ich mir du hast 3 kinder da sollte es schon ordentlich sein... kann unordnung überhaupt nicht leiden
 

Kathleen

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Ich mache mein WC jeden Tag sauber, dann habe ich ja auch Zwänge *hihi*
 

elana

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Im Moment lese ich Fachliches über Neuropsychologie in Bezug auf Zwänge und wie sich diese Verhaltensweisen durch Gedächtnistraining beeinflussen ließe. Das mache ich gerade, indem ich Gedächtnisspiele austeste, vielleicht hilft mir das, flexibler zu werden bei der Aufgabenbewältigung und mich mehr auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

Derzeit sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich sehe einfach zu viele Details und kann nur schwer Prioritäten setzen. Ich spiele nun ein Kunst-Memory für Erwachsene und setze ein 1000er-Puzzle zusammen, wo ich gezwungen bin, das Gesamte zu sehen, um die Teile zusammenfügen zu können. Solche Spiele halfen mir auch früher, mich innerlich zu ordnen. Auch Schachspielen hilft mir.

In der Neuropsychologie werden Tests gemacht, um geringe Abweichungen festzustellen, z. B. bei Leuten mit Zwängen, bei mir wär das Kontrollzwang. Dabei stellte man fest, dass Leute mit Zwängen ein sehr gutes Gedächtnis für Details haben, aber sich dafür das Gesamtbild weniger gut merken können. Bei einem 1000er-Puzzle wären das dann eher die Linien und Muster und weniger das Gesamtbild, was das Puzzle darstellt.

Anhand dieser Erkenntnisse versuche ich beim Memory und beim 1000er-Puzzle eine neue Herangehensweise zu finden, um mein Gedächtnis zu trainieren, denn die neuropsychologischen Untersuchungen ergaben, dass sich dies verbessern lässt durch Übung des flexiblen Denkens und Wahrnehmens, eben durch Wechsel der Perspektiven und Herangehensweisen.

Ich mache immer zuerst den Rahmen des Puzzles, dann sortiere ich nach Farben, daraufhin versuche ich mich an der Ecke, meist unten, wo am meisten konkrete Formen und Linien vorhanden sind, und nicht nur Himmel, wie meistens oben.
 

elana

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Anhand dieser Erkenntnisse versuche ich beim Memory und beim 1000er-Puzzle eine neue Herangehensweise zu finden, um mein Gedächtnis zu trainieren, denn die neuropsychologischen Untersuchungen ergaben, dass sich dies verbessern lässt durch Übung des flexiblen Denkens und Wahrnehmens, eben durch Wechsel der Perspektiven und Herangehensweisen.

Das Memory-Gedächtnistraining hilft mir wirklich spürbar weiter. Mein Thera und auch mein Hausarzt finden diese Idee genial und ermutigen mich, mit dem Training weiterzumachen. Mein Thera fand den von mir beschriebenen Vergleich des Zwangs als Rad mit verlorengegangener Kette, den ich im Radio von einer Fachperson hörte, gut, nannte aber dann noch selbst einen hilfreichen Vergleich, nämlich dass der Zwang wie die scheinbar haltgebende, beruhigende Nikotinsucht sei, was man sich eben abgewöhnen müsse, auch wenn es schwerfällt und der Körper mit Entzug reagiere.
 

Pebbles

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Mh.... interessant mit dem Puzzle, ich hab in der Kindheit schon leidenschaftlich gern gepuzzlet und mir hilft das auch sehr beim Gedanken ordnen, eine Erklärung hab ich bislang dafür aber noch nicht bekommen.

Ulkig, mir fallen Details auch eher auf, als ein gesamtes Bild.
An mir könnte (vor allem morgens) ein rosa Elefant vorbeilaufen und ich würde es vermutlich nicht merken, aber wehe der Elefant hätte einen Kratzer im Gesicht, den würde ich bemerken*hihi*

Also so nach dem Motto: "Uuuuh, ein Kratzer!!! Oh, ein Elefant!" In der Reihenfolge*zitter*
 

Saphira789

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Hallo!

Ich leide auch unter Zwänge und Zwangsgedanken, habe diese im Moment aber gut im Griff.

Ich habe gemerkt, dass sie in unsicheren Zeiten und Stress stärker werden. Sie entstammen Selbstzweifeln, Zweifel in meine Fähigkeiten, Angst etwas nicht richtig zu tun und Katastrophen auszulösen, extreme Unsicherheit.

Es stecken Dinge dahinter, die man als 'karmisch' betrachten kann und durch Entspannung, Arbeit mit sich selbst, kann man sie lösen. Zunächst war aber eine Verhaltenstherapie nötig, denn alleine packt man das nicht da raus zu kommen...

Bin nun im Beruf weiter gekommen, stosse aber nun wieder massiv an meine Grenzen, ich kann einfach nicht gut strukturieren und bekomme bei vielen Zahlen eine Denkblockade. Ich kann einfach nichts an Trends erkennen, und mache starke Fehleinschätzungen...Stagniere gerade beruflich nach einer langen Belastungsphase mit Misserfolgen...Hatte oft Panik und wollte schon den Job hinschmeißen. Bin runter vom Projekt als Leiter, und mir geht es besser...

Vielleicht sollte ich es mal mit Memory versuchen? Sehe auch Details und kann mir ellenlange Zahlen merken, jedem Zentrum seine Nummer, die Nummern von Trainings, Nummernschilder, lauter unwichtiges Zeug...Und Zahlen haben für mich auch Farben, manche mag ich, manche nicht. Bin oft reizüberflutet und schlecht in sozialen Situationen...

VG

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