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Purple

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So.. ich versuche einfach mal, trotz "Knoten" im Kopf, ein paar Zeilen zu schreiben und euch zu erzählen, warum ich hier bin..
Mir geht es zur Zeit ziemlich schlecht.. und ich habe ziemlich wirre und angstmachende Gedanken und Gefühle.. von daher hoffe ich, dass ihr es mir nicht all zu übel nehmt, wenn ich zu durcheinander oder so schreibe..

Ich bin weiblich, 26 Jahre alt und mache eine Ausbildung im sozialen Bereich..

Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll.. also schreib ich mal einfach drauf los..
Mit Ängsten und depressiven Verstimmungen habe ich schon einige Zeit zu tun..
2005 wurde bei mir (in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie) eine generalisierte Angststörung diagnostiziert, die ich eine Zeit lang eig. so gut im Griff hatte, dass ich relativ unbeschwert (jedenfalls rückblickend betrachtet) leben konnte.. In dieser Zeit habe ich einer Jugendhilfeeinrichtung gewohnt, viel Halt, Geborgenheit, Verständnis, usw. erfahren und viele Erfolgserlebnisse gehabt.. Als ich mit 21 Jahren dann dort wieder ausziehen musste, ist es schleichend immer weiter wieder bergab gegangen..
Ich hatte damals (kurz nach meinem Auszug dort) die Ausbildung, die ich jetzt mache, angefangen. Das lief dann leider sehr blöd.. ich hab oft gefehlt, Ausarbeitungen nicht abgegeben usw., so dass ich nicht ins zweite Jahr versetzt werden konnte und das erste wiederholen musste.. Da lief es dann anfangs besser, bis irgendwann wieder ein Tief kam und sich das aus dem ersten Jahr wiederholte.. Habe die Ausbildung dann irgendwann abgebrochen und mich entschieden wieder in eine Klinik zu gehen. Leider ging es mir danach nicht viel besser.. ich hatte sogar eher das Gefühl, dass der Aufenthalt dort alles noch verschlimmert hat.. Dort und nach meiner Entlassung kamen nämlich zum ersten Mal seit langem wieder so richtige Panikattacken und Derealisations-/Depersonalisationsgefühle auf.. :/.. Ob da irgendwas (wieder) aufgewühlt wurde..?
Hm.. dieser Klinikaufenthalt ist jetzt ziemlich genau 2 Jahre her.. seitdem habe ich, wie gesagt, wieder mit Panikattacken und diesen blöden fremdartigen Gefühlen zu tun.. Anfang letzten Jahres ging es mir aber wieder etwas (im Vergleich zu jetzt sehr viel) besser und ich fasste den Entschluss meine Ausbildung wieder aufzunehmen.. Dafür bewarb ich mich an einer Schule in einer anderen Stadt, da ich nicht nochmal an dieselbe Schule wollte.. Ich befürchtete, dass die Lehrer dort nun zu voreingenommen sein könnten, weil ichs ja quasi schon zweimal vermasselt hatte dort.. Im Januar (2013) bekam ich dann einen Schulplatz zugesagt und hatte zunächst große Hoffnung und Zuversicht..es galt nun noch, die Zeit bis zum Schulbeginn (August) sinnvoll zu überbrücken.. Dafür hatte ich die Idee als Aupair ins Ausland zu gehen, worin mich meine damalige Therapeutin und meine damalige Betreuerin (von der AWO) sehr unterstützen, da sie es ebenfalls für eine sehr gute Idee hielten..
So.. gesagt, getan.. ich suchte mir im Internet eine (vermeintlich) passende Familie raus, kündigte meine Wohnung, brachte mein Hab und Gut unter, klärte alles Notwendige für meinen Auslandsaufenthalt.. Dann nahm ich all meinen Mut zusammen und flog trotz all meiner Ängste (ich weiß grad gar nicht mehr, wie ich es geschafft habe, mich überhaupt in das Flugzeug zu setzen), trotz all der Unsicherheiten und voller Hoffnung nach England.. Tja.. geplant war ein Aufenthalt von knapp 4 Monaten.. zurückgeflogen bin ich aber schon nach 5 Tagen.. :(.. Mir ging es dort nicht gut.. vom ersten Tag an wollte ich zurück.. hab mich aber gezwungen dort zu bleiben.. am 5. Tag aber gab es eine (sicher nicht die erste) Situation in der ich nicht die Erwartungen der Gastmutter erfüllt habe.. ich sollte die Kinder fertig machen für den Kindergarten/die Schule, was nicht sehr einfach war, da (insbesondere) die Tochter (3) gar nicht auf mich gehört hat.. hat sich einen Spaß daraus gemacht, sich vor mir zu verstecken/ vor mir wegzulaufen und wenn ich sie dann mal auf meinem Schoß hatte, hat sie sich so steif gemacht, dass es nur noch mit Gewalt möglich gewesen wäre sie anzuziehen.. und das liegt mir nun völlig fern.. Naja.. das Ende vom Lied war, dass die Mutter sie selbst anziehen musste.. nachdem sie die Kinder dann in Schule und Kindergarten gebracht hatte, teilte sie mir mit, dass sie mit mir nicht klar kommt und ich nicht auf ihre Kinder zugehen/ mich nicht durchsetzen kann usw.. was im Prinzip ja auch nicht falsch war.. aber es war doch auch erst der 5. Tag.. Naja.. bin dann wenige Stunden später mit einem Last-Minute-Ticket zurück nach Deutschland geflogen..so fing es also schon wieder an bergab zu gehen..Zurück im Lande hatte ich ja nun keine Wohnung mehr und auch kein Geld. Ich musste also zum Jobcenter und erstmal bei meiner Familie untergekommen.. dann kam eines nach dem anderen zusammen.. Von einer Freundin erfuhr ich, dass ein ehemaliger Mitschüler sich das Leben genommen hatte, was mich sehr beschäftigte..so sehr, dass ich eines nachts aufgewacht bin mit "Herzstolpern" (oder was auch immer das war)..ich hatte das schon öfter mal aber immer nur kurz und nicht so schlimm wie in der Nacht.. Lag dann Stunden wach und morgens war es so schlimm, dass ich dachte ich kipp gleich um und mich von meinem Opa in die Notfallaufnahme fahren lassen hab.. Dort wurde dann Blut abgenommen und ein EKG gemacht.. und, wie sollte es anders sein, alles unauffällig..
So.. dann im Juni der nächste (und mit der bedeutendste für meine jetzige Situation..?) Hammerschlag.. An einem Abend hörte ich, wie mein Vater und seine (noch-) Frau sich sehr stritten.. Ich konnte nicht anders und lauschte etwas.. bis irgendwann das Wort "Scheidung" fiel.. Ich dachte ich höre nicht richtig.. Dazu muss ich erwähnen, dass ich seit 2011 regelmäßig (vorher nicht) dort zu Besuch war, da ich noch eine kleine Schwester dazubekommen habe.. Das war das einzige was mir noch richtigen Halt gegeben hat.. Zu wissen, dass ich da regelmäßig hinfahren und Zeit mit meiner Schwester und meinen Stiefbrüdern verbringen kann..
Dass das nun alles bald so in der Form nicht mehr sein sollte, hat mich umgehauen.. und mir große Angst gemacht..
Zudem habe ich mir natürlich auch um alle Beteiligten Sorgen gemacht.. um die Kinder..um meinen Vater.. auch um meine (noch-) Stiefmutter (wobei die in dem Fall scheinbar unbegründet waren, da sie scheinbar schon jemand Neuen gefunden hat..)..
Naja.. und dann im August bin ich in die neue Stadt gezogen (nun gar nicht mehr so zuversichtlich)..zuerst lief es aber okay.. aber dann wurde es immer schlechter.. Ich glaub, es war echt ein ganz großer Fehler hierher zu kommen.. Was hab ich mir nur gedacht dabei? In eine fremde Stadt zu ziehen..in der ich niemanden kenne.. ganz blöde Idee.. :/ Diese Einsamkeit ist unerträglich und ist, glaub ich, der entscheidende Grund dafür warum es sich jetzt so extrem zugespitzt hat.. Hinzu kommt, dass ich hier in einer WG mit Leuten zusammen wohne, die so gar nicht zu mir passen und/oder andersrum. Man hat hier die Möglichkeit ganz günstig zusammen mit anderen Azubis auf dem Schulgelände zu wohnen.. und ich hab mir das vorher nicht angeguckt.. Schon als ich hier reinkam wäre ich am liebsten schnell wieder weggerannt.. Auf dem Boden lagen Kronkorken und Kippen verteilt.. und es hingen Plakate an der Wand, auf denen jeder eintragen konnte, wie betrunken er auf der letzten Party war und solche Scherze.. Und ich rauche nicht, trinke nicht und bin auch kein Partymensch.. dementsprechend unwohl fühle ich mich hier.. Nun habe ich die Möglichkeit in ein anderes Zimmer (in einer anderen WG hier auf dem Gelände) zu ziehen.. das ist allerdings sehr klein und es kommt nicht viel Licht rein.. und außerdem weiß ich grad nicht, ob ich die Ausbildung überhaupt noch weitermachen kann.. ob sich ein Umzug also überhaupt lohnt.. Allerdings hab ich nun schon ein paar Mal meine Mitbewohner gehört, wie sie sich darunter unterhalten haben, dass sie hoffen, dass ich endlich bald ausziehe.. und dass mich hier keiner leiden könne und ich quasi Platz machen soll, für den jungen Mann, der an meinem Zimmer interessiert ist, weil der (ich zitiere) "zwar auch nicht raucht und trinkt aber wenigstens nett ist und auf Gesellschaft aus ist".. Dadurch fühl ich mich natürlich nicht unbedingt besser, wenn ich sowas höre.. :(.. und klar ist, ich MUSS hier eig. dringend raus.. :/
Tja.. und nun sitz ich hier, völlig unfähig eine Entscheidung zu treffen und mir ging es noch nie so schlecht, wie jetzt.. ich hatte noch nie so wirre, komische, unlogische Gedanken wie jetzt.. und meine Ängste waren schon lange nicht mehr so präsent, wie jetzt.. Es sind auch neue dazugekommen :(
Ganz früher hatte ich fast nur vor körperlichen Sachen Angst.. da hab ich mir am Tag 20 verschiedene Krankheiten eingeredet.. Das hat sich dann irgendwann geändert, so dass ich heute fast ausschließlich vor psychischen Krankheiten/Symptomen Angst habe.. und das finde ich sehr viel schlimmer.. Ich habe eine so große Angst davor verrückt zu werden bzw. es schon zu sein.. und gerade ich den letzten Tagen bin hab ich immer öfter Momente in denen ich mir echt fast sicher bin, dass ich es schon bin.. :(
Mich beschäftigen z.B. sehr alle möglichen Fragen, die sich um den Sinn des Lebens und um den Tod und um das, was danach kommt, drehen.. und wenn ich mich da so reingrüble, dann macht mich das echt fertig.. ich frag mich dann, wie überhaupt ein Mensch hier lachend über die Erde wandeln kann, ohne zu wissen, was er eig. hier macht.. wo er herkommt.. wohin er gehen wird.. ohne Angst zu haben.. Das klingt bekloppt, oder? :(
Manchmal habe ich das Gefühl, ich versteh die Welt nicht mehr.. als würde mich alles überfordern..
Und wenn ich mir z.B. Fotos angucke von mir, von früher bzw. selbst von vor ein paar Wochen, dann habe ich oft den Gedanken/das Gefühl, dass ich gar nicht mehr die Person bin, die ich da auf dem Bild sehe.. bin ich komplett bescheuert..? Oder liegt das einfach nur daran, dass es mir zu dem Zeitpunkt, als die Fotos gemacht wurden, vllt. noch besser ging als jetzt.. und sich das deswegen so unstimmig und fremd anfühlt..? Hab auch immer so Angst, dass andere mich auch komisch finden könnten und z.B. ebenfalls finden, dass ich mich verändert habe und irgendwie nicht mehr dieselbe bin..
Lauter solche Gedanken.. einige traue ich mich auch erstmal noch nicht hier zu schreiben, weil sie mir so extrem wirr und bescheuert erscheinen.. :(

Naja.. und außerdem sind die depressiven Verstimmungen (wobei ich jetzt eig. glaube, dass es wirklich schon ne handfeste Depression ist.. vorausgesetzt ich bin nicht verrückt.. :( )
richtig schlimm geworden.. ich hab fast gar keinen Appetit mehr und stattdessen ein fast durchgängiges Übelkeits-/ Druckgefühl in der Magengegend..
Und was mir z.B grad in den letzten Tagen richtig Sorgen macht, ist, dass ich so Stimmungsschwankungen hab.. also jedenfalls empfinde ich das so.. mir geht's zwar so gut, wie die ganze Zeit schlecht.. aber auf verschiedene Weise.. Zu erst fühl ich mich dann ganz verzweifelt und hab das Gefühl ich kann gleich nicht mehr und empfinde eine große Traurigkeit und Schuldgefühle und Angst vor der Zukunft usw. und bin nur am Heulen.. und dann kippt es irgendwann auf einmal.. ich heule dann nicht mehr und fühl mich eher leer.. ich grübel dann zwar trotzdem weiter und fühl mich schlecht.. aber ich kann nicht mehr weinen.. und weiß dann gar nicht mehr was los ist.. Kennt das jemand? :/ Oh man.. ich hoffe echt, dass ihr mich nicht für komplett bescheuert haltet.. :(
Oder ist das vllt. so eine Art "Mechanismus" vom Kopf/Körper.. dass er quasi sagt "So, nu is mal gut.. ich schalt mal erstmal ne Weile auf Standby".. oder so..?

Mir macht das jedenfalls alles Angst..
Daher habe ich auch wieder angefangen zu googlen.. ich weiß, dass ist nicht gut.. und ich hab das auch schon sehr lange nicht mehr gemacht (also nach Krankheiten und Symptomen so intensiv gegooglet).. aber nun musste ich einfach.. und dabei bin ich halt auch auf dieses Forum gestoßen und dachte, dass ich mich mal anmelde, da ich den Eindruck habe, dass ihr hier sehr nett und verständnisvoll zu sein scheint..

So.. ich glaub das reicht erstmal.. ist jetzt sehr viel geworden.. und ich hoffe, dass es nicht zu wirr ist, was ich geschrieben habe.. :/

Liebe Grüße :)
 

rodin

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Hallo und herzlich Willkommen.

Machst Du aktuell eine Therapie?

Ach ja, und das was du beschreibst kennt wahrscheinlich jeder hier..... Du bist also nicht allein!
 
Zuletzt bearbeitet:

Kathleen

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Willkommen bei uns.
Wie Rodin schon schrieb - viele von uns wissen wie Du dich fühlst.

Therapie wäre sicherlich gut. Du scheinst in einer depressiven Phase zu stecken.
Nimmst Du Medikamente?
 

Purple

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Danke für eure Antworten.. :)

Ja, ich hab mich hier ja schon etwas reingelesen und gesehen, dass einige diese Dinge aus eigener Erfahrung beschreiben.. und irgendwie denk ich dann immer "Ganz klar.. bei denen sind das alles "nur" Symptome der Angst.. die machen auf mich alle trotzdem einen sehr normalen Eindruck.. aber bei mir ist das vielleicht doch anders.. ich mache wahrscheinlich keinen so normalen Eindruck (mehr).." usw.. :(
Ich weiß nicht, ob verständlich ist, was ich meine.. bin momentan nicht so gut im Formulieren..

Nein, ich mache grad keine Therapie.. ich hab vor einigen Monaten eine ganze Reihe von Therapeuten durchtelefoniert mit (ihr wisst ja wie das ist) wenig Erfolg.. Eine Therapeutin hatte sich dann ein paar Tage später bei mir gemeldet und meinte, dass sie da demnächst wohl eine Fortbildung mache o.ä. und zum Zwecke dieser noch ein paar Patienten aufnehmen kann (oder so ähnlich) und wollte, dass ich mal kurz in zwei, drei Sätzen meine Problematik beschreibe.. das hab ich dann getan und dann kam von ihr "Achso.. hm.. dann passt das leider doch nicht so richtig.. "
Da hab ich mich echt blöd gefühlt und mich gefragt, ob das so eine Art Casting ist.. ich mein.. das ist ja schon nicht einfach über diese Dinge zu sprechen.. und diese dann auch noch in ein paar Sätzen zusammen zu fassen.. und dann erzählt die mir, dass meine Probleme leider nicht zu ihrem Fortbildungsthema passen..
Naja.. sie meinte dann, dass sie mir trotzdem mal einen Termin zum Erstgespräch gibt.. da bin ich dann (obwohl ich aufgrund des ersten Telefonats schon so ein blödes Gefühl dabei hatte) hingegangen.. bevor ich überhaupt so richtig erzählen konnte, was mich bedrückt, hat sie schon angefangen von Medikamenten zu reden.. und sowas finde ich ganz schlimm, wenn Ärzte und Therapeuten direkt auf sowas hinweisen, bevor sie sich überhaupt einen richtigen Eindruck über die Problematik verschafft haben.. und beim nächsten Gespräch (zu dem ich mich wieder zwingen musste..) meinte sie dann, dass sie sich fragt, ob eine ambulante Therapie ausreicht oder ob ich mich nicht lieber stationär aufnehmen lassen sollte..
Naja.. und das hatte dann endgültig gereicht.. ich konnte mich kein Meter öffnen.. ich hätte mich auch nicht getraut ihr die Dinge, die ich hier bisher geschrieben habe, zu erzählen.. :(
Und dann bin ich halt nicht mehr hingegangen zum nächsten Termin.. zum Dank darf ich nun 50 € hinblättern, weil ich den Termin zu kurzfristig abgesagt hatte.. auch ne Frechheit sowas aber das ist wieder ne andere Geschichte..
Jedenfalls stand ich dann ohne Therapeutin da und hatte auch nicht die Energie nochmal alle durchzutelefonieren..und hab dann einfach erstmal so weiterversucht..
Jetzt allerdings hat sich meine Stimmung, meine Ängste usw. in den letzten Wochen, wie gesagt, extrem verschlechtert.. und ich brauche eig. dringend jemanden.. :(
Hm.. eine Bekannte hat mir das Diakonische Werk empfohlen, da man da auch Beratungsgespräche haben kann (ohne lange warten zu müssen).. und am letzten Freitag war ich dort zu einem Krisentermin.. die Frau war ganz nett und ich kann dort erstmal regelmäßige Termine bekommen.. außerdem hat sie mir einige Telefonnummern mitgegeben (Sozialpsychiatrischer Dienst, Krisennummer, Selbsthilfegruppe, Neurologin).. vllt. hilft das ja schon mal etwas.. sie ist zwar keine Therapeutin, hat aber eine Zusatzausbildung für therapeutische Beratung oder so ähnlich..
Was das Thema Medikamente angeht.. das war immer mal wieder Thema im Laufe der letzten 10 Jahre.. und ich war auch ein paar Mal kurz davor, welche zu versuchen.. allerdings habe ich da eine so große Angst vor, dass ich es mich dann doch nie getraut habe.. Nun hab ich aber so langsam das Gefühl, dass ich da nicht mehr drum herum komme.. ich habe grad überhaupt keine Ahnung, wie ich aus all dem wieder rauskommen soll.. und von allen Seiten wird mir geraten es mit einer medikamentösen Unterstützung zu versuchen.. Eigentlich möchte ich das nicht.. aber ich möchte, dass es mir wieder besser geht.. dass ich mich wieder freuen kann.. dass ich wieder einen Sinn erkenne.. dass ich die Zeit mit den Menschen, die ich liebe, genießen kann, ohne ständig Angst zu haben und ohne hin und her zu grübeln.. ich möchte wieder ein Gefühl für mich und meine Umwelt bekommen.. eines, das sich stimmig und gut anfühlt.. ich möchte nicht mehr so wirre Gedanken haben.. und ich möchte wieder meinen Hobbys, insbesondere dem Musikmachen, mit Spaß nachgehen können..
Aber was mich daran hindert ein Medikament auszuprobieren, ist u.a. dass ich so Angst habe, dass es mir danach noch schlechter geht.. dass ich als Nebenwirkung erstrecht noch mehr wirre Gedanken und vllt sogar noch schlimmere Symptome bekomme.. und dass diese dann bleiben, auch wenn ich das Medikament wieder absetze.. oder selbst, wenn es mir dadurch besser geht, ist meine Angst, dass ich dann so verändert bin, dass ich mich selbst und vorallem meine Familie und Freunde mich gar nicht mehr wiedererkennen.. und Angst vor mir bekommen.. und nichts mehr mit mir zu tun haben wollen..
Oder dass es gar nicht wirkt/hilft.. weil.. was kann mir dann noch helfen..
Ihr seht.. egal, ob und wie es wirkt.. es macht mir Angst.. :(
Was soll ich denn bloß machen..?
Was habt ihr denn für Erfahrungen gemacht mit Medikamenten? Hattet ihr vorher auch solche Ängste im Bezug auf diese? Und haben sich eure Ängste bestätigt?
Eigentlich hatte ich "entschieden" morgen zu meiner Ärztin zu gehen und mir was verschreiben zu lassen.. Aber ob ich mich traue, weiß ich noch nicht..
Achja.. noch ne riesige Angst.. was, wenn ich doch schon ne ganz schlimme psychische Störung habe (wie Sch....)? Und ich dann ein Anti- Depressivum nehme.. obwohl es vllt. gar nicht mehr "nur" Depressionen sind..?
Versteht ihr was ich meine?
:(
Ich nehme auch sonst nie Medikamente.. also auch nicht bei Kopfschmerzen oder so..
 
G

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willkommen hier :)
guck doch mal im thread: angst, verrückt zu werden vorbei. da wirst du viele wiedertreffen die angst vor psychischen Sachen haben, spezielle vor Schizophrenie, diese Grübeleien und frage nach dem sinn des lebens sehr gut kennen.
mich beschäftigt es grad selbst sehr...
 

rodin

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...der Gang zum Hausarzt ist sicher erstmal eine gute Entscheidung. Besprich mit ihm was es für Möglichkeiten gibt.

Was Antidepressiva angeht kann ich dich sehr gut verstehen.
Ich wollte die auch nie nehmen aus den von Dir genannten Gründen. Letztendlich hab ich es doch versucht und bin sehr froh drüber. Nehme sie seit fast einem Jahr und sie verändern auf keinen Fall deine Persönlichkeit!!!
Mir haben sie ein fast beschwerdefreies Jahr ermöglicht. Viele Situationen die ich vermieden hab hab ich mir zurückerobert. Hab aber begleitend eine Therapie laufen ohne die es sicher nicht möglich gewesen wäre.

Es ist viel Arbeit, auch den richtigen Therapeuten finden ist schwer, aber es lohnt sich!

Gut das Du ein paar Gespräche Haben kannst bei der Diakonie. Vielleicht kannst Du damit Zeit überbrücken.
 

MissFitt

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Von mir auch ein Willkommen Purple!

Ich finde Dich mutig, dass Du vor Deinem Hintergrund (der Angsterkrankung) so etwas wie einen Umzug in eine andere Stadt und einen Au-Pair-Aufenthalt im Ausland in Angriff nimmst. Hut ab - ich war da als junge Frau "hasenfüßiger", und hatte da keine solchen Erfahrungen hinter mir wie Du.

Schade, dass das so blöd gelaufen ist/läuft. Deine Au-Pair- Mutter hat da eindeutig zu viel von Dir erwartet, eigentlich ist es bekannt, dass man mit einem Au-Pair keine professionelles Kindermädchen einstellt, sondern einen (meist jungen) Menschen in die Familie aufnimmt, der auch selbst ein bischen Betreuung und Eingewöhnungszeit braucht. 5 Tage sind da eindeutig zu wenig und ihre Aussagen finde ich absolut verantwortungslos und daneben. Meine Tochter hat ein halbes Jahr in Irland verbracht und hatte sehr viel Glück mit ihrer Gastfamilie (und trotzdem war es nicht immer leicht für sie). Ich kenne aber Geschichten von ihren Freundinnen, da sträuben sich einem die Haare - mich regt sowas richtig auf!
Du scheinst da ebenfalls großes Pech gehabt zu haben. Das tut mir echt leid für Dich.

Zu Medikamenten und zur Angst vor dem Verrücktwerden kann ich nichts sagen - nehme/habe ich nicht..

Gibt es denn eine Umgebung/Menschen in der Du Dich noch halbwegs geborgen und aufgehoben fühlst? Dein jetziges Lebensumfeld scheint ja nicht sehr hilfreich zu sein. Es ist bemerkenswert, dass Du überhaupt noch etwas auf die Reihe bekommst - da scheint ja einiges an Kraft in Dir zu stecken!
 
G

Gast

Guest
nur kurz da in eile: schau mal weiter unten im forum unter "angst verrückt zu werden", wie ophelia schon sagte.
liebe grüsse
 
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