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Ania

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Guten Morgen,

ich habe gestern schon ein Thema im Bereich Medikamente gestartet und möchte mich nun kurz vorstellen.
Ich bin 36 Jahre alt und stecke gerade wieder in einer Depressions-/Angstphase. Anfang 20 habe ich das alles das erste Mal durchgemacht, es war so schlimm dass ich gar nicht mehr das Haus verlassen konnte. Der Ausbruch kam nach der Scheidung meiner Eltern und einer sehr anstrengenden Phase auf der Arbeit (da habe ich gerade meine Ausbildung beendet). Mich plagten damals schon Ängste dass ich die Prüfung nicht schaffe und hab mir einen enormen Druck gemacht weil ich natürlich von meiner Firma übernommen werden wollte nach der Ausbildung. Die Scheidung meiner Eltern war sehr schlimm, meine Mutter ist stark depressiv und hatte danach desöfteren versucht, sich das Leben zu nehmen, ich fand sie etliche Male in einer Blutlache, weil sie Alkohol getrunken und Tabletten genommen hat, und sich dann irgendwo den Kopf gestoßen hat oder andere schlimmen Dinge. Diese Zeit war die Hölle für mich. Hatte aber Schuldgefühle und wollte meine Mutter nicht alleine lassen. Irgendwann schickte mich mein Hausarzt zu einem Psychiater weil meine Panikattacken immer schlimmer wurden. Daraufhin folgte eine Verhaltenstherapie, die bei mir sehr gut gewirkt hat. Medikamente wollte ich damals nie nehmen, weil ich gesehen hab, was diese mit meiner Mutter angestellt haben.
So kämpfte ich mich dann jahrelang durch mein Leben, mit ständigen ups and downs, ich war zwar gefestigt, hatte wieder einen guten Job aber ich ging immer über meine Grenzen hinaus, opferte mich für alle auf, habe im Job immer 1000% gegeben und habe aber nie einen Weg gefunden, den Stress runter zu fahren. Und jetzt, je älter ich wurde, setzte ich mich unter Druck dass ich mit Mitte 30 noch keine Familie gegründet habe, weil immer der richtige Partner dazu gefehlt hat. Irgendwann anfang 2018 fingen meine Panikattacken wieder leicht an, ich konnte nicht mehr schlafen, habe aber weiterhin versucht, zu funktionieren. Bis mich, im Mai dann endgültig meine Kräfte verliessen. Mein Hausarzt überwies mich mal wieder an einen Psychiater mit den Worten "ich hoffe, Sie wollen sich nichts antun?!"
Jetzt fange ich nächste Woche wieder eine Verhaltenstherapie an und nehme seit 7 Tagen Escitalopram ein, und bin natürlich krank geschrieben. Hab mich dieses Mal für Medikamente entschieden, in der Hoffnung, dass ich so schneller aus dem Loch raus finde.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Verhaltenstherapeutin, um die Zeit zu meiner Therapie nächste Woche zu überbrücken. Sie hat mich so dermaßen runtergezogen, dass ich ganz viel Mühe aufwenden musste, um mich wieder aufzumuntern. Sie sagte, das Medikament wäre nichts bei Panikattacken, das würde nur bei Depressionen wirken, wenn überhaupt. Dann hat sie die Diagnose von meinem Psychiater angezweifelt und verwirrte mich eigentlich mehr als dass sie mir geholfen hat. Ich versuche das jetzt einfach mal abzuhaken. Naja, habe gestern noch versucht mich abzulenken, war spazieren und abends war ich im Kopf wieder ein bisschen wacher. Seit einigen Wochen nervt mich dieser Schwindel und dieses Wattegefühl im Kopf, als würde ich neben mir stehen. Mit ganz viel Ablenkung und "positiven" Gedanken schaffe ich es manchmal, ein bisschen runter zu fahren, was mich aber echt noch viel Kraft kostet... Aber ich gebe nicht auf und hoffe auf bessere Zeiten!!!
Danke fürs lesen :) tut gut, sich hier Luft machen zu können :) und ich freue mich auf einen Austausch mit euch.
Liebe Grüße
 

P.A.

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Hallo*huhu*, herzlich willkommen.
Das hört sich aber ganz so an, als solltest du lernen, an dich zu denken und mal runter zu fahren. Und das Medikament passt doch gut, weiß gar nicht, was die Tante will. Hoffentlich ist das nicht deine endgültige Therapeutin.
Liebe Grüße
 

emma342003

emma342003
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Hallo Ania,
Herzlich Willkommen auch von mir hier bei uns.
Ich schließe mich P.A. an und hoffe ebenfalls dass die Frau nicht Deine endgültige Therapeutin ist.
Es ist doch so dass Du fünf Termine hast um zu gucken ob die Chemie zwischen Euch stimmt oder?
Guck genau ob Du Dich dort gut aufgehoben fühlst/bist.
Es klingt für mich nicht so.
Und ich bin der Meinung dass ein Psychiater besser weiß welche Medikamente wie wirken als eine Verhaltenstherapeutin.
Ich selbst nehme seit vielen Jahren Citalopram, was dem Escitalopram ähnlich ist.
Anfangs nahm ich es vor allem wegen meiner Panikattacken, mittlerweile aber auch gegen Depressionen.
Es hilft/wirkt also bei beidem.
Bitte berichte doch mal wie es weitergeht bei Dir.
Einen guten Austausch hier und Alles Gute für dich.
Liebe Grüße von
Kerstin
 

Harriet

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Herzlich Willkommen *hallo*

Natürlich hilft das Zeug, lass dich nicht verunsichern. Erfahrungsberichte von Betroffenen sind da wesentlich aussagekräftiger als die Meinung einer Therapeutin, die das nie selbst erlebt hat. Vertraue deinem Gefühl.
 

Lutz

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Willkommen*huhu*.
Mir hilft Opipramol sehr gut.
Es ermöglicht mir ein ganz normales Leben.
 

Ania

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Vielen Dank für eure lieben Antworten :) Ich merke schon, dass ich hier richtig aufgehoben bin!

Und nein, diese Tante ist zum Glück nicht meine endgültige Therapeutin, ich habe den Termin nur wahr genommen um die Zeit bis zum Therapiestart nächsten Dienstag überbrücken zu können, ich dachte dieses Gespräch würde mir helfen... Aber naja, es gibt leider auch viele unfähige Ärzte oder Therapeuten.. Und eigentlich vertraue ich dem Psychiater, er hat sich sehr lange Zeit für mich genommen, sich meine Geschichte angehört, ich fühlte mich verstanden, und die Diagnose passt meiner Meinung auch sehr gut.
Ich habe meine neue endgültige Therapeutin schon kennen gelernt, sie konnte mir zum Glück kurzfristig und ohne lange Wartezeit einen Therapieplatz anbieten.

Seit der Einnahme von Escitalopram hatte ich keine einzige Panikattacke mehr, davor bin ich fast jede Nacht aufgewacht und habe keine Luft mehr bekommen. Vielleicht ist es ja Zufall, aber ich versuche darauf zu vertrauen, dass mir dieses Medikament hilft, aber ich muss wohl noch ein bisschen Geduld haben bis sich die volle Wirkung zeigt, ich bin ja erst bei Tag 8.

Ich werde gerne weiterhin berichten, danke dass ich mich hier austauschen darf :)
 

Ania

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Hallo ihr Lieben,

möchte heute gerne wieder berichten. Ich hatte heute meine erste Therapiestunde und dabei ist mir aufgefallen, dass dieses Ecitalopram wohl doch schon eine Wirkung zeigt, ich konnte nämlich ganz sachlich über emotionale Themen sprechen. Vor knapp 2 Wochen saß ich nur da, wie ein Häufchen Elend und habe so schlimm geweint dass ich keine vernünftigen Sätze rausbringen konnte. Letzte Nacht konnte ich auch wieder ein paar Stunden am Stück schlafen. Ich habe zwar noch mit einigen Nebenwirkungen zu kämpfen aber ich nehme die Tabletten ja erst 12 Tage, wahrscheinlich muss sich das alles ja auch noch einpendeln.

Die Therapeutin ist auch eine sehr nette, hat irgendwie immer die richtigen Fragen gestellt, ich habe mich sehr wohl und vorallem verstanden gefühlt. Am Donnerstag habe ich auch den nächsten Termin beim Psychiater, werde ihn fragen ob er mich noch weiter krank schreiben kann. Müsste am Freitag eigentlich wieder arbeiten gehen, aber das schaffe ich noch nicht. Bin mal gespannt wie es die nächsten Tage weiter geht.

Danke nochmal an alle :) und dass ich mich hier mitteilen darf!
 

ellmi

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Hallo und herzlich willkommen.

Eine gute Therapeutin ist sehr viel Wert. Ich habe auch verschiedene durchprobiert und bin bei meiner letzten sehr gut aufgehoben gewesen. Leider ist sie nun seit November im Krankenstand. Allerdings halten wir privat Kontakt. Ich möchte nicht zu jemand anderem, weil sie mich einfach gut kennt und die Chemie stimmt.

Ich wünsche dir, dass dir deine auch hilft und die wieder auf die Füße kommst.
 

Ania

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Guten Morgen :)

@ellmi: Das finde ich sehr schade dass Deine Therapeutin im Krankenstand ist, ist aber klasse dass ihr trotzdem noch Kontakt habt. Dann scheinst Du aber schon sehr stabil zu sein oder?

Ich war gestern beim Psychiater, es wurde auch ein EKG gemacht. Habe mich sehr lange mit einem Pfleger unterhalten, der mir auch noch Mut zugesprochen hat. Ich bin echt froh dass mein Hausarzt mich an unsere Psychiatrische Ambulanz überwiesen hat, alle sind so nett und verständnisvoll. Ich hatte anfangs echt Bedenken weil man in dieser Situation ja so verwirrt und unsicher ist ob man mit all den Beschwerden etc ernst genommen wird aber ich bin wirklich erleichtert. Der Pyschiater sagte ich würde alles richtig machen, habe ja schon die Therapie begonnen und nehme seit 2 Wochen Escitalopram. Ich solle laut ihm aber noch Geduld haben und noch eine Woche abwarten, denn man kann wohl erst ab der 3. Woche sagen, ob das Medikament tatsächlich anschlägt. Ich fühle mich zwar schon ein wenig besser aber ich bin halt sehr ungeduldig und ich stehe noch sehr oft neben mir. Aber er hat mich beruhigt und sagte dass Schwindel und dieses Unwirklichkeitsgefühl leider Symptome einer Depression/Angsterkrankung sind. Wenn man dann sowas nochmal vom Arzt gesagt bekommt, beruhigt es einen erstmal eine Weile, bis dann wieder diese Ungeduld hoch kommt :( Nächste Woche soll ich mich dann also wieder melden und berichten wie es mir geht. Ich gehe jetzt mal ne Runde im Wald spazieren und wünsche euch einen schönen und entspannten Tag :)
 

ellmi

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@Ania: Keine Ahnung, ob man das stabil nennen kann. Vermutlich schon. Aber da ich kaum selbstbewusstsein habe, würde ich eher nein sagen.
Ich hatte von November bis Februar eine schlimme Phase. Konnte eigentlich nur zum arbeiten vors Haus. Das hat komischerweise super geklappt. Aber einkaufen oder irgendwo hin gehen, wo ich jemanden treffe, der mich in ein Gespräch verwickeln könnte, aus dem ich nicht davonlaufen kann, ging garnicht.
Jetzt war es eigentlich auch wieder relativ gut. Ich habe seit Mitte Februar alles soweit gemacht. Mal kleinere Einbrüche (wie in meinem TAgebuch zu sehen), aber nichts gravierendes. Seit Montag abend war es wieder etwas schlimmer, aber ich habe das Gefühl, dass es seit gestern auch wieder besser wird. Es fällt mir einfach unheimlich schwer so schlechte Tage anzunehmen. ICh denke dann immer gleich an das schlimmste (Krankheiten etc.)
 

Ania

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Ich kann Dich sehr gut verstehen, ich glaube das Problem mit dem Selbstbewusstsein und Angst vor Krankheiten haben viele die an Depressionen/Ängsten leiden. Ich kann mich da auch immer sehr gut reinsteigern wenn es mir schlecht geht.. und das ist dann so ein Teufelskreis. Manchmal schaffe ich es, da selbst wieder rauszukommen aber vor ein paar Wochen bin ich auch wieder zusammengebrochen weil mir das alles einfach zu viel wurde. Ich denke, man hat mit diesem Thema ewig zu tun, mal ist es besser und dann kommen wieder Phasen, wo man da alleine nicht mehr raus kommt. Ist echt schon erschreckend wie die Psyche dann direkt mit irgendwelchen Symptomen reagiert. Finde ich super dass es dieses Forum gibt, so weiß man, dass man damit nicht alleine ist...
 
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