Escitalopram

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Ania

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Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und freue mich, dass ich mich mit euch austauschen kann. Habe hier schon ein wenig gestöbert und habe gelesen, dass einige von euch Erfahrungen mit o.g. Medikament gemacht haben. Seit 6 Tagen nehme ich das Medikament ein, angefangen mit 5mg und heute, nach Rücksprache mit meinem Psychiater auf 10mg hochdosiert, nächste Woche Donnerstag muss ich zur Kontrolle. Bei mir wurde eine Anpassungsstörung diagnostiziert (ich hatte 2005 schon eine Angsterkrankung, diese habe ich aber ohne Medikamente und mit einer guten Verhaltenstherapie in den Griff bekommen). Meine Beschwerden sind seit Anfang Mai, Schwindel, Ohrgeräusche und seit kurzer Zeit auch das Gefühl, neben mir zu stehen, was mich eigentlich am meisten belastet. Der Psychiater machte mir Mut, dass es mir mit dem Medikament und einer Verhaltensterapie in einigen Wochen etwas besser geht. Nun zu meiner eigentlichen Frage... ich weiss, dass Nebenwirkungen normal sind (Schlafstörung, innere Unruhe, Übelkeit etc) aber ich habe seit Einnahme des Medikaments keine Panikattacke mehr gehabt. Aber das kann nach so einer kurzen Einnahmezeit eigentlich nicht sein, oder? Jedenfalls, würde ich mich freuen, wenn ihr mir von euren Erfahrungen mit dem Medikament berichten könntet bzw euch mit mir austauschen könntet. Obwohl ich das alles schon vor Jahren durchgemacht habe, fühle ich mich grad wieder wie am Anfang und total hilflos :-(
Liebe Grüße
 

Harriet

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Ich nehme Citalopram, aber das ist ja eigentlich das Gleiche.

Bei mir hat das auch immer sehr schnell angeschlagen, das kann schon sein, dass du so flott reagierst. Nebenwirkungen hatte ich so gut wie keine. Meine Erfahrungen mit dem Medikament sind duch die Bank weg sehr gut.
 

Ania

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ich danke Dir für Dein Feedback :) ich werde mich hier später auch noch ausführlich vorstellen!
Wie lange nimmst Du dieses Medikament schon ein?
 

Kathleen

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Ich nehme auch Citalopram , habe keine Nebenwirkungen, dafür eine gute Wirkung und Verträglichkeit.
Du bist jetzt bei 10mg Escitalopram? Dann hast du ja noch genügend Luft nach oben :)
 

Ania

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Das freut mich zu hören und macht mir Mut :) wenn man in dieser Situation steckt, ist man ja sehr ungeduldig und denkt dass dieser "Zustand" nie mehr weg geht. Ja genau, bin jetzt bei 10mg. Wie hoch darf man denn gehen? Gibts da irgendwelche Vorgaben?
 

Kathleen

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Mit Ecitalopram kann man bis 20mg hoch gehen - analog zu 40mg Citalopram.
Es gibt aber sehr viele Menschen, bei denen 10 - 15mg völlig ausreichend sind. Man muss sich halt rantasten und schauen welche Dosis die richtige ist.
Dazu bedarf es aber etwas Zeit, das Medikament muss erst einen Spiegel aufbauen.
 

Ania

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Hallo ihr Lieben,

ich brauche bitte euren Rat/eure Meinung.
Ich war gerade beim Psychiater, ich soll jetzt bei Escitalopram auf 20mg hoch gehen. Habe 5 Tage 5mg und 16 Tage 10mg genommen und seit 2-3 Tagen eher eine Verschlechterung verspürt, deswegen war ich heute noch mal zum Gespräch in der Klinik. Hatte ja hier schon berichtet dass es mir eigentlich ein bisschen besser ging aber die letzten Tagen waren überhaupt nicht schön, warum auch immer :( Ist das eurer Meinung nach normal, dass man direkt so hoch geht? Also nicht erst auf 15mg sondern direkt auf 20mg? Ich weiss, der Arzt hat sich bestimmt was dabei gedacht, aber ich bin halt nur bissel unsicher da ich wahrscheinlich wieder die ganzen Nebenwirkungen haben werde und ich eigentlich froh war, dass das überstanden war. Aber das dauert bestimmt, bis man die richtige Dosis gefunden hat?

Liebe Grüße
 

silberauge

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Das ist grundsätzlich immer so eine Gratwanderung. Schleicht man langsam ein, hat man weniger Nebenwirkungen, aber muss halt auch länger auf eine Wirkung warten. Schleicht man schnell ein, kann es unangenehm werden, dafür schnellere Wirkung. Du könntest z.B. auch noch ein beruhigendes Medikament beim Einschleichen dazu nehmen, wenn die Nebenwirkungen zu heftig sind.
 

Ania

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Danke für Deine Antwort Silberauge, klingt logisch was Du schreibst! Ich versuche es dann ab heute mit den 20mg :)
 

Lutz

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Das sind gute Ratschläge.

Angstreduzierung ist die wesentliche Voraussetzung, zur krankhaften Angst führenden Probleme zu sehen und zu verändern.
 

Ania

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Danke Dir, Lutz :)

Ich war gestern ca 2 std nach der Einnahme von 20mg total euphorisch und habe angefangen meine ganze Wohnung zu putzen! Da hatte ich dann für einen kurzen Augenblick das Gefühl dass ich es schaffe, aus diesem Loch raus zu kommen, das war echt ein tolles Gefühl. Gestern abend aber kam dann schon der tiefe Fall, ich wurde total unruhig und konnte nicht einschlafen. In den letzten Tagen mit 10mg konnte ich endlich besser schlafen und jetzt sowas. Jetzt bin ich wieder total unmotiviert und zweifle alles an, befürchte, dass mir das Medikament vielleicht doch nicht sooo gut hilft wie ich am anfang dachte.

Meine Therapeutin sagte mir schon letzte Woche, dass ich dringend aufhören muss, mich so extremst unter Druck zu setzen und die Situation einfach mal anzunehmen. Es ist alles so schwer!!! Diese blöde Angst, diese blöden immer wieder kehrenden Gedanken, ich möchte einfach nur dass dieser Mist endlich aufhört! Blöder Tag, richtiger blöder Tag!!! Ich stehe seit Anfang Mai durchgehend neben mir, ups and downs, mal einigermassen gute, mal schreckliche Tage. Die Ängste, dass ich nie mehr die "alte" werde, nie mehr richtig geniessen kann, mich nie mehr als ein richtiger Mensch fühlen kann, mich nie mehr auf etwas freuen kann!!!! Ich glaube, das ist wohl auch das, was Du gemeint hast, Lutz!

Danke, dass ich mich hier so auskotzen darf!!! Ich hoffe, euch geht es besser als mir und wünsche euch ein schönes WE :)
 

silberauge

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Es ist alles so schwer!!! Diese blöde Angst, diese blöden immer wieder kehrenden Gedanken, ich möchte einfach nur dass dieser Mist endlich aufhört!

Das kann ich sehr gut nachvollziehen! Leider geht es in der Regel nicht so schnell. Das Medikament muss ja erst mal einen Spiegel aufbauen und die Besserung kommt dann auch nicht plötzlich sondern schrittweise. Bis dahin kann es rauf und runter gehen, was ziemlich anstrengend sein kann. Da hilft tatsächlich nur Geduld und den Dingen ihre Zeit lassen. Meist hat man diesen "Mist" ja auch schon lange und dauert es eben, bis die Symptome sich zurückbilden.
 

silberauge

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Vielleicht war auch der Sprung auf 20mg etwas zu groß? (Unruhe, Schlafstörungen) und du könntest erst mal auf 15 mg gehen. Oder vorübergehend noch etwas zur Beruhigung dazunehmen.
 

Ania

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Danke Silberauge, für Deine Tips!!!

Ich hab eine schreckliche Nacht hinter mir. Gestern abend fühlte ich mich etwas besser, kaum hab ich mich ins Bett gelegt, wurde ich wieder total unruhig, Herzrasen und Muskelzucken, musste meine Beine die ganze Zeit bewegen, so ein komisches Gefühl. Dann habe ich Promethazin genommen und fühlte mich zwar ruhiger konnte aber nicht richtig schlafen, bin immer aufgewacht und fühlte mich total schlapp, ich war aber "relaxter".

Jetzt habe ich heute morgen nur 15mg vom Escitalopram genommen. Aber mal ganz ehrlich, muss man nicht eigentlich unter Beobachtung in einer Klinik auf diese Medikamente eingestellt werden? Das ist echt nicht lustig was der Körper oder die Psyche da mitmachen muss. Ich lebe alleine und hatte letzte Nacht echt ein bisschen schiss. Ist das alles ne Kacke!!!
 

silberauge

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Das tut mir leid, dass du so eine doofe Nacht hattest!
Diese SSRI können schon fiese Nebenwirkungen haben. Leider beobachten sich Angstpatienten meist verstärkt und nehmen die Nebenwirkungen deshalb auch noch stärker wahr. Eine Klinik kann beim Einschleichen eine Hilfe sein, muss es aber nicht. Die haben da oft keine Zeit für Angstpatienten mit ihren "eingebildeten" Nebenwirkungen. Und da wird meist sehr schnell nach oben dosiert. So hatte ich es jedenfalls mal erlebt. Mit dem Promethazin hast du ja zumindest ein Mittel um etwas gegenzusteuern. Versuche dich ansonsten so gut wie es geht von den Symptomen abzulenken. Du kannst auch nochmal Rücksprache halten mit deinem Doc. Vielleicht muss deine Dosis ja gar nicht so hoch sein? Das wird schon!
 
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Lutz

Mod i.R.
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Ich habe zu mindestens Urlaub genommen oder eine Woche krank schreiben lassen, damit sich nichts auf die Arbeit auswirken kann.
Ist aber nicht bei jedem Medikament so.
Mirtazapin war nicht so ganz ohne.
Beim Opipramol habe ich nach der Einnahme erstmal nur noch geheult. Allerdings vor Glück.
 

Ania

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Hallo ihr Lieben,

wollte hier mal ein Update schreiben.

Habe mich nun mit den 20mg durch die Tage und Nächte "gequält" und merke auch endlich mal eine Stimmungsaufhellung, gehe mehr vor die Tür und kann mich auch langsam an Kleinigkeiten erfreuen. Ich habe einigermassen gute aber auch wieder schlechte Tage, das Gefühl, dass ich neben mir stehe ist weiterhin da aber manchmal nicht mehr sooo stark ausgeprägt was mir auch wieder etwas Mut macht. Die Psychiaterin sagte vor 2 Tagen, dass es endlich ein wenig voran geht, es aber leider noch nicht optimal ist und ich weiterhin Geduld haben muss. Der Schlaf wird auch immer besser :)

Eure Beiträge und Tips helfen mir auch enorm weiter, ich danke euch wirklich von Herzen!!!!:love:
 
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