Einmal die ganze Palette đŸ€Ș

Helfen Sie mit, Leben mit Angst zu unterstĂŒtzen:

Adriana

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Hallo Zusammen đŸ™‹đŸ»

Stelle mich gerade mal vor. Ich bin 40. Mama von zwei Söhnen 13. und 7. glĂŒcklich verheiratet - also die besten Voraussetzungen ein glĂŒckliches und erfĂŒlltes Leben zu fĂŒhren .... tja eigentlich...
Alles begann extrem zu werden vor gut 4 Jahren. Meine erste Panikattacke mitten auf der Autobahn alleine mit einem Kind. Ich dachte ich mĂŒsste sterben mir wurde schlecht schwindelig ich könnte meine Arme kaum noch spĂŒren, mein Herz raste und ich bekam kaum noch Luft. Innerhalb von Tausendstel Sekunden war mein bisheriges Leben vorbei und die panische Angst egal was passiert mein Kind darf nicht auf die Autobahn laufen.

Von da an kamen die Panikattacke immer mehr, immer stÀrker. Erst nur beim Autofahren, dann in engen RÀumen, mit Menschen ohne Menschen und gehÀuft auch gerne mal ohne konkreten bzw. ersichtlichen Auslöser.

Es folgte ein Ärztemarathon. Ergo Patienten gesund bis auf eine generalisierte Angststörung und Panikstörung - aha ich verstand nur Bahnhof. Also ab zur Verhaltenstheraphie das hat soweit erstmal geholfen einen Plan zu bekommen.
Jobwechsel wegen entstressung. GekĂŒndigt in der Probezeit wegen den Panikattacken ( kommen in der Arztpraxis nicht so gut an 😬 ).

Supergau tritt ein stationĂ€rer Klinikaufenthalt đŸ€Ș da fĂ€llt zu ersten Mal auch das Wort Depressionen.

Wieder zuhause guten Mutes und gefestigt. Neuer Job đŸ‘đŸŒ, Therapie đŸ‘đŸŒ .... fĂŒr ein knappes Jahr war meine Welt fast in Ordnung bis auf tolerierbar Kleinigkeiten.
Dann Panikattacken vermehrt auf der Arbeit, massive innere Unruhe, Tinnitus, LungenentzĂŒndung, Stress totaler Zusammenbruch Anfang Juni nur noch zittern, Panik, heulattacken ich kam eine Woche garnicht mehr runter.

Entscheidung : es fĂŒhrt kein Weg um die Klinik rum.
Jetzt sind wir bei schweren Depressionen angelangt, generalisierte Angststörung, Panikattacke und eine Körperwahrnehmungsstörung - Frau gönnt sich ja sonst nix.
Nachdem ich eine Woche auf Reha war hab ich die KĂŒndigung per email bekommen obwohl mir versichert wurde das mein Job sicher ist 🧐

Jetzt bin ich seit 6 Wochen zuhause. Soll im Mai nochmal in die Klinik.
Ja mir geht es so lala wĂŒrde gerne arbeiten, aber soll ja nicht. Mal geht es ok, dann gibt es die ganz beschissenen Tage und immer die Angst oder Frage : werde ich jemals einfach normal sein 🙁

So also soviel in KĂŒrze zu mir đŸ™‹đŸ»
 

Lutz

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Hallo Adriana*huhu*.
Dein Problem scheint sich aus dem Arbeitsprozess zu entwickeln.
Entnehme ich zu mindestens Deinem Beitrag.
Der Bezug zwischen Angst und Arbeit ist nicht zu ĂŒbersehen.

War bei mir Ă€hnlich. Mir hat dann die Entstressung geholfen, erstmal ĂŒber die Runden zu kommen und den Vorruhestand zu erreichen.
Dazu Àrztliche Hilfe mit Medikament und achtsamer Umgang mit mir selbst.
Dann RĂŒckeroberung meines Lebens und dann Angstfreiheit.
Naja, ein bissel was bleibt immer und wartet so auf die SchlÀge, die das Leben nun mal aus dem Gleichgewicht wirbeln können.
WĂŒnsche einen guten Austausch.
 

Dominik

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Hallo Adriana,

herzlich willkommen bei uns. Ich finde es erstaunlich wie Ă€hnlich solche Erkrankungen immer ablaufen. Ich hatte auch mal eine Zeit, in der es mir, nach meinem Vorfall, wieder sehr gut ging. Und dann kam alles wieder zurĂŒck. Bei mir war es damals auch dieser eine Zeitpunkt der alles verĂ€ndert hat. Panikattacken ohne Ende. Dann geht es wieder und dann fĂ€llt man doppelt so tief.

Ich stelle mir auch oft die Frage ob ich jemals wieder "normal" sein oder gesund sein werde. Und eigentlich steht die Antwort ja schon fest. Nein! Das werde ich nicht mehr. Viel mehr geht es mir mittlerweile darum mit der Krankheit zu leben. Gut damit klar zu kommen. RĂŒckschlĂ€ge in Kauf zu nehmen.
 

Kathleen

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Hallo Adriana,
du beschreibst einen typischen Ablauf einer Angststörung. Ich nehme an, dass körperlich alles abgeklÀrt wurde?
Nimmst du Medikamente ?
Mal geht es ok, dann gibt es die ganz beschissenen Tage und immer die Angst oder Frage : werde ich jemals einfach normal sein
Naja, du bist normal :D auch mit der Störung.
Ich schließe mich Dominik und Lutz an - man muss versuchen mit der Störung zu leben. Das kann man lernen, ist sicher nicht einfach, aber es geht.
Helfen dir die Aufenthalte in der Klinik?
 

Harriet

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Herzlich Willkommen, Adriana!

Man sollte tatsĂ€chlich versuchen, die Störung erstmal anzunehmen, was aber nicht heißt, dass alles so gruselig bleibt, wie es jetzt fĂŒr dich ist! Und was auch nicht bedeutet, sich zurĂŒckzuziehen und fĂŒr krank zu erklĂ€ren.

Auch wenn grundsĂ€tzlich eine gewisse AngstanfĂ€lligkeit zurĂŒckbleibt, wird sich das Ganze zum "Normalen" hin verĂ€ndern. Bei mir war es so, dass die Panikattacken ihre Spitze verloren und irgendwann die Sicht auf die Dinge wieder positiver wurde - ganz wichtig, denn die Depression, die der Angst oft folgt, macht das eigentliche Problem. Das ging ein paar Jahre ohne Medikamente, aber es gab auch Phasen, wo Medikamente nötig waren. Antidepressiva nehme ich jetzt schon sehr lange und ich bleibe auch dabei - aber das ist mein Weg.

Jeder muss da seinen Weg finden, wichtig ist, du hast einen guten Ă€rztlichen Ansprechpartner, der dich kompetent unterstĂŒtzen kann in der ersten Zeit.
 
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