Ein Uralttrauma aus Kindertagen

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Melanie

Tenöse
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Hallo Sibyll,

wart ihr bisher schon in Urlaub? Also gemeinsam mein ich. Wie verbringt ihr denn eure Freizeit?

Wenn du gegen die Ängste alleine in den Griff bekommen sollst, ohne Medikamente und ohne Therapie, wie dann? Was schlägt er denn vor? Nimmst du Medikamente? Machst du Therapie?

Vielleicht ist dein Mann in echt der Schwache von euch und hat Angst er könne dich nicht mehr kontrollieren wenn du stabiler bist. Stell dir mal vor du würdest Ansprüche stellen, dann könnt er ja nicht mehr eure Beziehung und euer Leben steuern. Kontrollverlust?
 

sybill

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Als wir das letzte Mal im Urlaub waren, musste ich täglich Klettern trainieren. Jeden Tag mehr.
Zwei Stunden, die ich schaffte, waren einfach nicht genug.
Nur selten kam gute Stimmung auf.
Die Routen wurden immer krasser.
Wenn ich dann nicht wollte, kam der übliche Ärger.

Ich nehme Opipramol und seit ich das nehme, sagt er, ich würde meinen Körper vergiften.
Bei der kleinsten Erkältung, sagt er, das käme vom Opipramol, weil der Körper vergiftet sei.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht sagt, ich soll das jetzt absetzen. Absetzen und nicht ausschleichen, denn das ist was für Weicheier. In Kliniken geht man nur, um sich vollpumpen zu lassen. Für ihn gilt nur REALITÄT; REALITÄT, Und nochmal REALITÄT.

Muss jetzt direkt beim Schreiben selber grinsen über diese ganze Absurdität.
Auch wenn ich mal Beinschmerzen oder so was habe, kommt es vom Opi, weil das den Organismus kaputt macht.

Er nimmt garnichts, absolut garnichts und es geht ihm körperlich blendend. Keinerlei Beschwerden, obwohl er auch nicht mehr der Jüngste ist.

Er trainiert ständig mit schwerem Rucksack zur Arbeit zu fahren mit Fahrrad.
Und geht eben Klettern.
Oder arbeitet.
Weil man etwas Sinnvolles zu tun hat.
Feiertage oder Sonntage sind nicht zum, wie er das nennt
Scholadenbonbons konsumieren da.

Wir essen jetzt fast jeden Tag Abnehmsalat. Ist schon ganz gut, aber täglich?

Also Angst bei ihm ist nicht zu erkennen.
Weiß nicht, wie er reagieren würde, wenn ich mal richtig Widerstand leiste.

Ich denke auch oft darüber nach und vielleicht ist es ja diese Härte, die mir einen Halt gibt letztendlich, auch wenn es unangenehmer Halt ist.
Vielleicht käme ich mit weicheren Gefühlen garnicht klar.

Lieben Gruß
Sibyll
 

Carrie

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Mir wird übel wenn ich das alles hier lese.

Schlimm was ihr alles habt durchmachen müssen.

Dahri, ich bin mir grad nicht sicher ob wir nicht die gleiche Mutter haben ...

Sybill, dein Partner ist genau wie mein Ex. Ich hab mir auch immer gedacht dass er mir durch die Härte Halt gibt, aber letztlich war es nur das Gegenteil. In Wirklichkeit hab ich Jahre die Angst nur geschluckt und einen Deckel draufgemacht.
Für mich klingt das auch nach zuviel Aktivität seinerseits. Er rennt/klettert/fährt vor sich selbst weg. Mit Problemen beschäftigt man sich nicht, die kehrt man unter den Teppich.Du bist nur der Schandfleck in seinem SCHEINBAR perfekten Leben bzw alles außer dir funktioniert perfekt.
ICh glaube wenn du jetzt anfangen würdest Widerstand zu leisten, käme das auch vom Opi ;)) - bzw. das Opi hätte dich dann vollends verrückt gemacht und geändert *bla*

Eigentlich darf ich logischerweise deine Beziehung nicht beurteilen, aber meiner Meinung nach kann jemand der dich so behandelt, weder sich selbst geschweige denn dich lieben.

Das hört sich alles so traurig an. Krass.
 

Carrie

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Mir fällt ein, meine Mutter ließ mich mit meinem sozialphobischen, medikamentenabhängigen und alkoholkranken Vater allein, als ich 12 war.

Und zwar weil SIE ihn nicht mehr ertragen konnte bzw das Leben mit ihm.
Da zog sie gleich 600km weit weg.
Sie kam wieder da war ich 17 und schon sehr tief drin in der Angstspirale. Ernst nehmen konnte ich sie da auch nicht mehr. Sie wollte auf einmal wieder Mutter sein und mir Vorschriften machen.
Dabei hatte ich mich 5 Jahre schon um alles selber kümmern müssen. Mein Vater war ja zu nichts fähig, grad seinen Job hat er noch auf die Reihe bekommen.
Haushalt, Schule, und auch irgendwie um den Vater kümmern, das musste alles ich machen.

Bei mir ist es weniger die Angst verlassen zu werden.

Seit ich Mutter bin, merke ich wie ich mich selber auf Schritt und Tritt beobachte ob ich nicht einen Fehler mache. Manchmal entdecke ich meine Mutter an oder in mir bzw erkenne sie in meinen Äußerungen wieder und ercshrecke. Ich habe solche Angst, meinem Sohn etwas Schlechtes anzutun. Es bringt mich manchmal fast um.

Ich lese zur Zeit Bücher wo unter anderem der "Wiederholungszwang" thematisiert wird.
Bedeutet, wer selber eine schlechte Kindheit hatte, der kann unterbewusst gar nimcht ertragen wenn es die eigenen Kinder besser haben. Das muss ´nicht heißen, dass derjenige der geschlagen wurde nun selber schlägt. Nein, die Rache die man dann an den eigenen Kindern übt ist eben deswegen so perfide, weil man es selber nicht merkt.

Langes Thema ich könnte noch Stunden dazu schreiben.
 

dahri

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..und wenn Du ihr einfach mal eine Brief schreibst?
Ob Du ihn dann wegschickst oder ihr gar in die Hand gibst , darum geht es nicht. Es ist auch etwas anderes, als es uns hier zu erzählen. Weißt Du was ich meine liebe dahri?
Ich habe das mal gemacht und den Brief dann NICHT weggeschickt. In Tage später noch einige Male gelesen und dann BEWUSST in kleine Schnipsel zerschnitten und verbrannt.
Seitdem geht`s mir (von der bestimmten Situation gesprochen) weitaus besser.

Das sich jemand mal bei mir entschuldigt... da warte ich auch vergebens drauf.
Im Gegenteil, ich habe dann noch ein schlechtes Gewissen irgenwas falsch gemacht zu haben.
Seit ich dieser bestimmten Person den Brief geschrieben habe, hat sich mein "Zustand" und meine Gedanken darüber geändert. Es ist irgendwie Friede eingekehrt. Ich kann es so stehen lassen wie es ist. und es tut nicht mehr so weh.
Hallo, kann leider erst heute antworten. ja, ihr habt recht, das mit dem Brief ist sicherlich eine ganz gute Idee. Ich habe das auch schon einmal gemacht, mit dem Vater meiner Tochter und das war wirklich gut und hat mir sehr geholfen die dinge loszulassen. Auf die Idee das mit meiner Mutter auch so zu machen, bin ich noch nicht gekmmen. Weil ich eben immer noch in mir denke, ich bin schlecht, weil ich es ebengar net gut sein lasesn kann.
Es geht eine Zeitlang gut, dann merke ich ich möchte wiede rmehr Kontakt zu ihr, und auch mein inneres sehnt sich manchmal nach ihr und dann merke ich wieder wie die alte Wut und die alte Panik und die Alte Verlassenheit in mir hochkommt und das ist dann der Moment wo ich sie absolt nicht an mich ranlassen kann und will. Da sperrt sich alles. Da kann ich sie kaum ansehen. Das ist echt schlimm. Und sie merkt das natürlich auch. Aber ich denke nicht dass sie irgend etwas vesteht von dem was in mir drin ist.
Das glaube ich nicht. Und ansprechen möchte ich es nicht, weil immer Ausreden kommen.
Sie war ja gestern mit den SChwiegereltern da zum Essen. Meine Schwiegerelter sind super und total ok. Und dann haben die über alte Tage und alte Geschichten erzählt und das ist echt super interessant, da mein Schwiegervater aus Tschenien vertrieben wurde. und viel Leid erleben musste.
Aber wenn meine mutter was erzählt hat, dann hatte ich gar keine Lust es mir anzuhören, weil sie immer wenn sie was erzählt, sic selber in Schutz nimmt und immer kommt dann der Satz: ja damals war ja alles anders.
Stimmt damals war vieles anders, da kann ich zu stimmen, aber eben nicht alles. Das ist für mich eine banale Entschuldigung für alles was sie jemals getan bzw. nicht getan hat. Die Gefühle sind genau die gleichen wie sie heute sind. Babys, Kinder, junge Erwachsene brauchen ihre Eltern und die bedingungslose Liebe ihrer Eltern. Heute genauso wie damals. Daran hat sich ncihts geändert und dran wird sich in den nächsten Jahrtausenden auch nichts ändern.
Und genau das macht mcih so fuchsteufelswild, dass sie ewig mit dieser lapidaren Entschuldigung kommt.
Ich denke es ist wie Melanie geschrieben hat, ein GEspräch bringt mich nicht weiter. Ich denke ein Brief denich noch net mal abschicken muss, der kann mich wirklcih ein stück weiter bringen.
Vielen Dank für Eure Gedanken.
Grüße
Dahri
 

Carrie

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Das ist wirklich eine gute Idee mit dem Brief.

Ich weiß, dass ich noch nicht soweit bin. Leider.

Dahri, schreib einfach drauflos und dann denk nicht nach und schick ihn einfach weg. Und am besten machst du das an so einem Tag wo sich wieder alles in dir gegen sie sperrt.
 

manie1407

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Nu reihe ich mich mal mit ein.verlust und verlassenheirsaengste als zehnjaehrige.allein ne woche krankenhaus, mandel op, keine erinnerung an elterlichen besuch war total einsam.total schlimm.da war noch einiges mehr spaeter davon.
 

dahri

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ach ja, Manie,einen Krankehausaufenthalt hatte ich auch, zwei. Mandelop undkeiner war da und hat mich getröstet und dann hatte ich mir den rechtenEllebogen ausgekugelt, das wurde auch unter Vollnarkose eingerengt udn ich weis noch ich habe die ganze Welt zusammen geschrieen weil ich so panik hatte undkeiner war da.
Grüße
dahri
 

manie1407

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Schrecklich.ich frag mich oft wieso die einen resilient gegen derlei dinge sind und andere paniker werden.ich bin koerperlich robust und kann arbeiten wuen gaul.weiss nich wieso gerade ich.an der konstellation der sterne bei der geburt kanns wohl nicht gelegen haben..lach
 

Marie

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Hallo Wolke,

ich habe nicht alles gelesen, vielleicht hast du ja schon die nötigen Infos bekommen.

Was für eine Therapie hast du denn gemacht?
Wenn es eine Verhaltenstherapie war, kannst du versuchen trotzdem noch eine Traumatherapie zu bekommen. Bei einer Traumatherapie, (die wäre Tiefenpsychologisch) stehen dir mehr Stunden zu als bei der VT und es geht auch um ein anderes Thema, so ist es gut möglich das die KK so eine Therapie übernehmen würde. Natürlich müsste der Therapeut es auch dementsprechend begründen, was dann auch von seinem gut Will abhinge.

L.G.
 

Wolke

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Hallo Marie, ich habe mehrere Therapien gemacht, aber nicht wg. dem beschriebenen Trauma sonderen wegen meiner Angststörung, darunter neben der VT auch eine tiefenpsychologische.
LG
Wolke
 
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