Ein Uralttrauma aus Kindertagen

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Melanie

Tenöse
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Hallo Mel, also bei mir wissen alle Bescheid, sind aber der Meinung, dass ich diese Angst im Griff haben muss und nicht ausleben darf.

Es hilft halt nur, sich noch ein Stück mehr aus der Angst zu befreien.

Lieben Gruß
Sybill

Hallo Sybill,

aaaaaah ja. Und jeder dieser Freunde räumt selbstständig Spinnen weg und vermeidet gar nix? Oh Mann. Ein bischen Verständis. Was sich über Jahre aufgebaut und etabliert hat im Verhalten kann doch nicht in zwei Jahren "der Vernunft" wegen weg sein....Oki, dann wars ne blöde Idee von mir. Ich schätze die Menschen oft besser ein als Sie sind. Oder sein können - jeder wie er bisher gelebt hat.

Liebe Grüße
Mel, deren Oma auch immer sagt: Dass du immer noch Tabletten nimmst, dein Ex ist doch vor 2 Jahren schon ausgezogen....
 

dahri

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Hallo,
wenn ich Eure Berichte so lese, dann ist es als ob es mein Bericht wäre. Es geht mir genauso.
Und ich weis ich habe ein wirkliches Uralttrauma aus meine Kindheit, das ich nicht aus meinem Kopf bekomme.
Egal wie lange ich nun schon erst in die VT gegangen bin, dann in die analytische Th und jetzt in die VT und nochmals komplette Verlängerung oder Erneuerung der Stunden in Vt.
Aber wie soll ich das aus meinem Hirn, aus meinem Körper aus meine Seele bekommen? Was damals war?
Wie soll es gehen?

Sybill du hast geschrieben:

und sie ging einfach weg aus der Wohnung, wenn sie mich strafen wollte.
Ich dachte, sie kommt nie mehr und rastete fast aus.

Meine mutter ist auch gegangen, sie hat mich einfach eingeschlossen und gesagt:
Ich komme NIE wieder!
Ich hab net nur getobt ich bin total ausgerastet, ich hatte so massive Panik zu sterbe, zu ersticken, alleine zu sterben und meine Mutter würde nie mehr nie nie mehr zurück kommen. Es war so schlimm. Und auch wenn ich das hier jetzt schreibe ist es mir elden, elend meine ich ganz arg. Ich habe Herzrasen, nasse Hände, wirren Kopf, bekomme kaum Luft und sehe alles noch wie damals genau vor mir.
Normalerweise sagt man, Erinnerung verblassen, werden irgendwann grau in grau. ich glaube dieses Erlebnis wird in allen Farben, in allen Facetten in allen Gefühlen immer in mir bleiben, bis an mein Lebens Ende.
Ich kann sofort jedes Detail von damals, auch Gerüche abrufen und ibn sofort in dieser Situation drin.
Das arme kleine Kind, verlassen, verstoßen von der eigenen Mutter. Das schreit ohne Ende und niemand kommt und hilft und das Kind weis nicht wann die Mutter wieder kommen wird, ob sie jemanls wieder kommt, denn sie hat ja gesagt, sie kommt nie wieder.
Mein Alter damals, 7 Jahre.
Ich hasse meine Mutter dafür. Ich hasse sie wirklich dafür.
Es tut mir leid wenn ich euch das schreiben muss. Aber ich kann es ihr nicht verzeihen. So arg ich daran arbeite.
Und so viel ich mich genau über dieses Verzeihen mit bestimmten Leuten hier im Forum unterhalten habe .Ich kann es nicht. Es kommt so eine große Wut, Aggression, Depression, Angst, Panik, Erstickung in mir hoch, wenn ich daran denke.
Und auch wenn ich in diesen Gefühlen bleibe, um zu spüren wie sie kommen, da sind und dann weider gehen können, wenn sie wollen, auch wenn ich daran arbeite. Ist die Wut und der Hass auf diese Situation niemals weniger geworden.
Und jedes Mal wenn ich meine Mutter treffe, ca. alle 14 TAge dann möchte ich am allerliebsten als Begrüßung ihr diesen Hass und diese Wut zu diesem Trauma von damals entgegen schreien.
Nein, ich mache es nicht. Ich bin die brave artige Tochter, die mit ihrem inneren Kind trauert, das glaube ich damals fast gestorben wäre vor panik.
Ich bin gerade dabei ein Buch zulesen, vielleicht kennt es jemand oder vielleicht hat jemand mit dem Buch auch schon mal gearbeitet:
Es ist von Thich Nhat Hanh und heißt:
Versönung mit dem inneren Kind
Ich bin noch net so weit gekommen in dem Buch, weil durch das lesen in dem Buch (es ist nicht dick) und in der Thera viel aufbricht.
Es kommt immer wieder der gleiche Schmerz die gleiche Situation hoch.
Gerne würde ich mich hier austauschen und gerade in diesem Punkt innerlich zu mir finden, zu meinem inneren Kind. Und es endlich pflegen, umsorgen und ihm die Liebe geben, die es damals nicht bekommen hat.
Ich hoffe wir können uns unterstützen.
Und verzeihen?
Ich weis ich müsste es, unbedingt um endlich Heilung zu bekommen.
Ich kann es nicht, viel mehr gesagt ich will es glaube ich nicht, noch nicht.
Ich bin 45 jahre alt. So lange geht das schon............ es ist ein Unding. Ich bin so sauer, so wütdend. ich fass es nicht.

Grüße
Dahri
 

Melanie

Tenöse
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Hallo Dahri,

alleine beim lesen bekomm ich Panik, Gänsehaut, Übelkeit. Du hast es ihr gegenüber nie angesprochen? Was würde passieren wenn du es tätest? Mit ihr? Mit dir?
 

dahri

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Hallo Melanie,
eine sehr schöne Frage:
Wenn ich es ansprechen würde, wäre die Reaktion von meiner Mutter folgende:
Ich weis, dass ich immer alles falsch mache. Ich habe schon immer alles falsch gemacht. Dein Vater hat auch immer nur auf mir rumgehakt. Ich kann mich ja auch gleich umbringen.
Meine Mutter versucht heute eine künstliche Nähe aufzubauen, in dem sie mich immer Schatz nennt (das hatte ich im anderen Forum schon mal erwähnt). Bä, sorry, es graußt mich wenn meine Mutter zu mir im Kaufhof in der Kosmetikabteilung ruft:
Schatz komm mal her oder wenn sie zu uns zu Besuch kommt, sie dann sagt: Guten Tag mein Schatz............
Da bekomm ich Bauchweh, enge GEfühl, möchte sofort losschreien und möchte ihr einfach nur sagen, bitte lass es. Es hat keinen Sinn, ich bin so maßlos von dir enttäuscht was du damals mit mir gemacht hast. DU hast mich alleine gelassen, verlassen, verstoßen. Ich bin nicht dein SCHATZ. Nicht heute und nicht damals.
Denn wenn ich damals dein SChatz gewesen wäre, hättest du mich nicht verstoßen, du hättest mich gehütet wie einen Augapfel, wie man einen "Schatz" hütet.
Grrrrrrrrrrrrrrr
Du merkst oder ihr merkt, ich bin so sauer. So wütende.
grrrrrrrrrrrrr.
Grüße
Dahri
PS. und das schlimme ist. Irgendetwas in mir drin schreit: hilf mir, bitte hilf mir. Und das kann nur mein inneres Kind sein, das sich immer noch velassen allein und voller Panik vorkommt.
 

bambus

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hallo beisammen

ich frage mich seit Tagen was los ist ... bei euch und bei mir kommen diese uralten Erinnerungen hoch *denk*

mir gings gestern Abend so schlimm ... wortlos

ich spürte auf einmal, dass meine momentane Angst sich genauso anfühlt, wie sie sich damals angefühlt hat ... als ich 6 oder 7 war

ich sah mich in meinem Kinderbett liegen, Angst Angst Angst ... weil der Tag wieder so furchbar war ... und ich hab gezittert und meinen Mut zusammengenommen und bin ins Schlafzimmer meiner Eltern gerannt

meine Mutter hatte vor den Betten eine leere Gußeisenwanne platziert, über die ich gefallen bin ... es hat gescheppert ... sie grunzte "auch die kann dich nicht abhalten" *wand*

ich bin dennoch ins "Gräbele" gekrochen ... aber keiner von beiden hat mir eine Zudecke gegeben ... es war eine einsame Nacht

wir alle haben unvorstellbar gemeine Dinge erlebt ... aber wir leben noch ... und irgendetwas hat uns überleben lassen ...

lasst uns doch dahin schauen ... was uns geholfen hat!

dann wird das "Böse" (mir fällt grad nix besseres ein) ... kleiner und nur noch so wichtig, wie wir es möchten

Bambus *huhu*
 

Melanie

Tenöse
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Ich weis, dass ich immer alles falsch mache. Ich habe schon immer alles falsch gemacht. Dein Vater hat auch immer nur auf mir rumgehakt. Ich kann mich ja auch gleich umbringen.

Na vielen Dank auch. Gut, dass Sie keinen Druck aufbaut. Mit dieser Drohung bekommst jedes Familienmitglied in den Griff.

So nun zu meiner anderen Frage: Was passiert mit dir wenn du es mal ausgesprochen hast?
 

sybill

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Hallo dahri,

mir ging es ähnlich dann allein in der Wohnung. Unvorstellbare Panik, auch wenn ich sie suchen lief.
Ich habe meine die letzten Jahre Wut verschluckt, alles ist grau, wenn ich dran denke.

Schreibe zu einem anderen Zeitpunkt weiter.
Für heute war schon der Nachmittag bei meinem Bruder genug.

Vielleicht können wir uns ein Stück helfen.

Liebe Grüße
Sybill
 

sybill

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Ja Bambus, anders wird es nicht gehen, als so wie du schreibst.

Danke Mel, dass du dich damit auseinandersetzt.
 

Melanie

Tenöse
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Hallo Sybill,

ein "Stück weiter aus der Angst befreien" funktioniert doch aber nur, wenn es Menschen gibt die helfen. Die eben "da" sind und beweisen dass die Angst nicht so wichtig ist, oder sogar unnötig.

Als mir meine Thera erklärt hat dass ich "nein" sagen darf ohne dass was passiert hab ich das nicht glauben wollen. Ich hab dann mit meiner Freundin "geübt". Ich hab das Thema mal besprochen und Sie hat mir bestätigt, dass Sie auch ab und an "nein" sagt wenn jemand was möchte. Da hab ich das bei ihr probiert. Dann bei anderen Freunden. Dann bei Kollegen und dann ganz zum Schluss bei meinen Eltern. Ist halt doch die sensibelste Verbindung.

Und mit dem "nicht mehr klammern" stell ich mir ähnlich vor. Es gibt ja keinen Schalter. Ich selber hab auch gern alles unter Kontrolle. Hab meinen Ex 5x am Tag angerufen um zu wissen wo er ist und ob er noch mit mir spricht - als ich das dann versucht habe ihm zu liebe zu ändern hat er mich unter anderem deshalb verlassen. Ich hätt mich nicht mehr gemeldet und hätte kein Interesse mehr. Und ich dachte *wand*

Also diese Verlustangst kenne ich sehr gut. Und natürlich bin auch immer erst mal ich schuld wenn en Kontakt weniger wird. Allerdings habe ich keinerlei Erfahrungen wie du oder auch die anderen.

Meine Eltern gingen früher kegeln. Die Nachbarin hat auf mich aufgepasst. Eines Abends wär ich wohl im Nachthemd auf der Couch gesessen und hätte geschimpft wie ein Rohrspatz (wenn ich schon wirklich hätte sprechen können). Ab diesem Tag gingen die beiden abwechselnd. Aber das war einmalig, ich glaube nicht dass das wirklich ein Trauma war. Ein Mitgleid meiner SHG hat ein bzw. mehrere Trauma (s?ta?) wir haben uns schon mehrfach intensiv unterhalten, bei mir fühlt es sich ganz anders an. Ansonsten waren beide immer da.

In der Gruppentherapie hab ich festgestellt, dass Menschen die so was ganz anderes haben als ich die sinnvollsten Fragen stellen, deshalb misch ich mich ganz gern in andere Baustellen ein :)
 
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In der Gruppentherapie hab ich festgestellt, dass Menschen die so was ganz anderes haben als ich die sinnvollsten Fragen stellen, deshalb misch ich mich ganz gern in andere Baustellen ein :)

Hallo Melanie,
das ist genau richtig gesagt... nur kommt es auch immer richtig an? Damit habe ich oft noch ein Problem. Ich sehe und höre es anders, als mein Gegenüber es sagt, reagiere dann falsch und schon ist wieder Schweigen...
 

Melanie

Tenöse
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Hallo imAufwind,

ich bin häufig nach der Gruppe völlig frustriert und heulend ins Zimmer weil die alle "böse" waren und selbstverständliches in Frage gestellt haben. Oft hab ich ein paar Stunden - oder auch Tage gebraucht um die Frage oder Aussage zu verstehen, anzunehmen und zu beantworten. Ging mir auch mit meiner Thera so.
 
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liebe Melanie,
da bin ich ja froh, daß ich nicht alleine bin...

ich freue mich auf regen Austausch hier.
Habe jetzt nur mal kurz vorbei geschaut und melde mich aber erst ab wahrscheinlich Dienstag wieder.
Noch gute Gespräche und liebe Grüße!!!
 

dahri

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So nun zu meiner anderen Frage: Was passiert mit dir wenn du es mal ausgesprochen hast?
Was passiert mit mir, wenn ich sie das frage oder anspreche?
Das ist eine gute Frage, wie alle deine Fragen.
Kannst du dir vorstellen, dass ich mir komisch vorkomme wenn ich sie da sfrage oder ansprechen würde.
Dass ich ein schlechtes Gewissen bekommen würde, weil sie ja dann im Zugwang ist und sich äußern müsste und weil ich ja weis, dass sie das so äußert wie ich es oben schon angedeutet habe.
Und schon wenn ich dran denke, an ihre ewigen Ausreden, dass sie ja so viel arbeiten hat müssen, weil mein Vater ja noch eine Ausbildung gemacht hat und noc nein und weil mein Vater ja getrunken hat und das alles bezahlt werden musste. Und dass sie es ja damal snicht so gut hatte wie es den Müttern heute geht und und udn.
Ich weis, dass sie alle Ausreden bringen würde und nur nicht zum Punkt zu kommen.
Sich einfach mal bei mir wegen ihrem damaligen Verhalten zu ENTSCHULDIGEN.
Einfach nur zu sagen: Es tut mir leid.

Und nicht dann schon weider sagen es tut mir leid, aber es ging eben nicht anders bla bla bal.

Du weist was ich meine.

Mir geht es nicht gut dabei, weil ichweis, es würde von ihr neimals eine Entschuldigung kommen , es würden nur Ausflüchte und Lügen kommen. Und dann wieder die Sache dass sie ja sowieso immer alles falsch gemchat hat in ihrem leben.
Ja sie hatte ein schweres Leben meine Mutter. Blöde eltern. Blöden Mann und dann noch eine TOCHTER bekommen, wo sie doch viel viel viel lieber sich ihr ganzes Leben lang schon einen Jungen gewünsdht hat, dannkommt zu ihrem blöden leben auch noch eine tochter dazu.
Ihc bin mir ganz ganz sicher, wäre ich ein Junge gewesen, sie hätte mich anders behandelt und auch anders erzogen.
Grüße
Dahri
 
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..und wenn Du ihr einfach mal eine Brief schreibst?
Ob Du ihn dann wegschickst oder ihr gar in die Hand gibst , darum geht es nicht. Es ist auch etwas anderes, als es uns hier zu erzählen. Weißt Du was ich meine liebe dahri?
Ich habe das mal gemacht und den Brief dann NICHT weggeschickt. In Tage später noch einige Male gelesen und dann BEWUSST in kleine Schnipsel zerschnitten und verbrannt.
Seitdem geht`s mir (von der bestimmten Situation gesprochen) weitaus besser.

Das sich jemand mal bei mir entschuldigt... da warte ich auch vergebens drauf.
Im Gegenteil, ich habe dann noch ein schlechtes Gewissen irgenwas falsch gemacht zu haben.
Seit ich dieser bestimmten Person den Brief geschrieben habe, hat sich mein "Zustand" und meine Gedanken darüber geändert. Es ist irgendwie Friede eingekehrt. Ich kann es so stehen lassen wie es ist. und es tut nicht mehr so weh.
 
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Melanie

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Hallo Dahri,

wenn ich es richtig verstanden habe ginge es dir schlecht damit, wenn du Sie ansprechen würdest. Zum Einen weil du ja weißt dass Sie es nicht leicht hätte, zum Anderen weil du befürchtest Sie "erfindet" Ausreden.

Dann ist es auch nicht sinnvoll für dich es auszusprechen. Glaub ich. So ein Brief, das ist eine gute Idee. Alles rauslassen und doch keinen Schaden anrichten.
 

Wolke

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Ups, so viele neue Beiträge!
Sorry, dass ich erst jetzt zum Lesen komme. War ein paar Tage zu Besuch bei meinen Eltern und hatte keinen Compi.
Tut mir leid, dass vielleicht jetzt einige denken, ich starte den Beitrag und dann kommt keine Antwort mehr!
LG
Wolke
 

Wolke

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Hallo ihr, sitze gerade am Compi, habs nur angelesen...kann nicht weiterlesen...sitze davor und heule...soviel ist ähnlich, auch wenn es vielleicht vordergründig andere Geschichten sind.

Ich muss dazu sagen, ich hatte und habe sehr fürsorgliche Eltern...aber auch da gibt es ein Zuviel...meine Mutter schleppte/ schleppt bis heute ungelöste eigene Traumata mit sich rum...aufarbeiten kann sie sie wohl nicht mehr...sie ist zu alt, zu krank dazu.

Kriegserlebnisse, Flucht, Vertreibung, schlimme Erlebnisse dabei, worüber sie nie reden konnte und wollte...danach ihr erstes Kind bei der Geburt verloren, mein Bruder...ich hätte so gerne einen Bruder gehabt...allerdings gäbe es dann vielleicht mich nicht, meine Eltern wollten nur ein Kind...aufgrund dieser Erlebnisse hatte meine Mutter total Angst um mich und klammerte und war überfürsorglich, ich durfte keine eigenen Erfahrungen sammeln, wo man "auf die Schnautze fallen" konnte, ich sollte es mal besser haben, nicht so schwer...und das war gerade kontraproduktiv...zusammen mit meinem Trauma potenzierte sich das...durch diese Fürsorge wurden leider auch meine eigenen Wahrnehmungen oft nicht für ernst genommen....ich war ja ein Kind...und irgendwie blieb das kleine Kind bis heute in mir und kommt in manchen Situationen raus...wie eben jetzt wieder bei der Facebooksache mit meinem Kumpel...der hat zwar geschwindelt, hinsichtlich, wer ihn noch kontaktieren kann und das Blocken bis jetzt nicht aufgehoben...mir aber mehrfach glaubhaft versichert, dass das nix mit unserer Freundschaft zu tun habe...er war sogar stinkig, dass ich so oft nachfrage...dass alles ok sei, dass wie auch immer das bei Facebook sei, es nicht persönlich gemeint sei.
Mein Ohr hat es gehört, das Kind in mir nicht...ich habe Angst, dass ich wieder verlassen werde, sprichwörtlich nicht brav war, dass ich was falsch gemacht habe, dass er mich nicht mehr mag...mir gehts schlecht, ich fühl mich wie ein Hund, der vor die Türe getreten wurde...
und das passiert mir öfters mal, bei verschiedenen Menschen...und dann verhalte ich mich falsch...aus Angst...aus Verzweiflung...klammere, heule, bittle, bettle...und wenn ich nichts mache, wie jetzt, leide ich wie noch was. Das ist auch kein Weg...da langt manchmal schon ein Wort, eine Geste, eine Interpretation und die Spirale setzt ein.


@Melanie:...eigentlich sollte man das schon erklären...aber ich habe Angst...gerade auch bei dem in einem anderen Beitrag erwähnten Freund...wer will sich schon einen Klotz ans Bein binden?....vielleicht ist das ein Fehler?...so bleiben die Missverständnisse ja...wenn ich nur den Mut und die richtigen Worte, die Gelegenheit und so weiter hätte...aber ich habe Angst...und trotz Gesprächen, bleibt das Eigentliche ungesagt.
 
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Wolke

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...mir fällt ein, wenn ich wirklich nicht so wollte wie meine Mutter: dann drohte sie mit Internat...weggeben....ohne sie sein...für mich wie ein kleiner Tod...und schwupps habe ich mich wieder angepasst...in der Pubertät habe ich dann dies übernommen, ihr dann gedroht, dass ich abhaue...bin dann demonstrativ gegangen...und sie heulend hinter her, bis auf die Straße...wir müssen ein schöner Anblick gewesen sein...und noch einiges mehr...ich liebe sie trotdem sehr...umso mehr erschreckt mich, dass jetzt wo sie sehr krank ist und alt, ich mich oft so distanziert verhalte...ich liebe sie, sie hat trotz der Überfürsorge, für die sie ja auch nicht schuld ist, es kam aus ihrem Inneren, soviel für mich getan, mein Vater auch, aber ich kann das ihr gegenüber nicht mehr so zeigen, wahrscheinlich die Angst, dass, wenn sie mal nicht mehr ist, dass ich das nicht aushalten kann..ich weiß es nicht....es ist so traurig
 

sybill

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Musste eine Pause einlegen, auch bei mir kommt viel Schmerz hoch, wenn ich hier lese und das bei mir anschau.

Hatte über Ostern doch wieder recht bittere Auseinandersetzungen mit meinem Partner, der sagt,
es ist meine Verantwortung allein, mit der Angst klarzukommen und mich nicht anzuklammern.

Er will nicht mehr geklammert werden und duldet keine Anrufe mehr im Büro.

Er kommt dann immer rüber wie ein strenger Vater.

Er verdammt Medikamente und hält auch nix von Therapien.
Da bleibt er stur.
Ärzte wollten schon mit ihm reden, Therapeuten, doch er verschließt sich dem völlig. Höchstens macht er mir Angst, was Medis mit mir machen können usw.

Er will nicht mehr mit mir in Urlaub fahren, es sei denn, ich kann fünf Stunden am Stück klettern. So setzt er mich massiv unter Druck.

Na ja, er hat auch andere Seiten abseits von diesem Thema.

Bin gerade etwas ratlos,
Sybill
 

rodin

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Hallo Sybill,

Es tut mir leid das Du mit Deinem Partner solche Probleme hast.
Ich kenn das leider auch aus einer früheren Beziehung.

Wie findest Du das es sich so absolut verweigert sich mit Dir zusammen mit diesem Thema auseinanderzusetzen?
Wie würdest Du reagieren wenn er ein Problem hätte? Würdest Du so reagieren wie er oder wärest Du bereit mit ihm zusammen zu kämpfen?

Ich war mit meinem damaligen Freund 9 Jahre zusammen, er hat meine Ängste nur schlimmer gemacht. Er hat sich überhaupt nicht dafür interessiert. Im Gegenteil ich war dann der Prellbock den er für sein beschissenes Leben verantwortlich machen konnte. Ich hab diese Schuld natürlich gerne auf mich genommen und mich deswegen noch beschissener gefühlt als eh schon.

Mittlerweile weiß ich das es auch anders geht. Hab einen verständnisvollen Partner an meiner Seite der mich in allem unterstützt und ich weiß das es nur so funktionieren kann!

Wie lange seid Ihr zusammen?
 
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