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Thema: Stellungnahme der DGPPN zur ARD-Reportage Gefhrliche Glckspillen

  1. #1
    Administrator Benutzerbild von Lunie
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    Standard Stellungnahme der DGPPN zur ARD-Reportage Gefhrliche Glckspillen


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    Die Sendung hat in Deutschland ein groes Medienecho ausgelst und viele Patientinnen und Patienten, die mit Antidepressiva behandelt werden, erheblich verunsichert.

    Die Deutsche Gesellschaft fr Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) nimmt dies zum Anlass, um ber die Chancen und Risiken der Behandlung von Depressionen mit SSRI aufzuklren.
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  2. #2
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von einrb
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    Standard AW: Stellungnahme der DGPPN zur ARD-Reportage Gefhrliche Glckspillen

    Hallo
    Danke Steffi

    Ich habe die pdf gelesen und mir den Film
    http://www.youtube.com/watch?v=4Uk4f_hMvT4
    angeschaut und nun versucht eine Analyse vor zu nehmen.
    Habe ber 2 h da hinein investiert. War mir aber wichtig, weil ich nicht um dieses Thema einen bogen machen wollte, sondern mich dem Thema stellen wollte.

    Ich nehme das Ganze so wahr:

    Der Film
    ist reierisch. Deshalb habe ich mir nur den Ton angehrt. Er sagt das es bei Beginn der SSRI Therapie zu Suiziden und Gewalt kam.

    Ansonsten viel Lrm um Vertreterschulungen, Gewinne, Zurckhaltung der Firmen belastende Inhalte in den Beipackzettel auf zu nehmen usw. Vorgetragen mit vielen Bildern und Vertont wie ein Krimi, unterstrichen durch Aussagen von Insidern und Spezialisten. Nun gut. SSRI sind ein Industrieprodukt. Werden wie alle SSRI Produkte vermarktet, kalkuliert, es wird versucht das pos. dazustellen usw.
    Das ist nichts auergewhnliches, es ist normal.

    Das Schreiben
    Von DGPPN betont die bessernde Wirkung der SSRI auf die Depression. Durch diese Verbesserung wrden Suizide vermieden, was ich auch glaube.

    Verschleiert bzw. glaube gar nicht ausgesprochen wird die Startphase des SSRI

    Beipackzettel
    Er beschreibt eine Erhhung Suzidgefahr in der Startphase des SSRI, weil die Aktivitt, der Auflsung der Depression vorauseile


    Meine Bewertung:


    Der Film
    Beschreibt massiv nur die GEFAHR in der Startphase
    Er verschweigt den NUTZEN - dass SSRI die Depression verringert und dadurch Suizide die ohne SSRI kmen verhindert wrden.


    Der DGPPN
    Beschreibt massiv nur die GEFAHR wenn man kein SSRI nimmt und damit Depression nicht behandelt wird. Beschreibt damit den NUTZEN von SSRIs

    Er verschweigt oder bestreitet die GEFAHR in der Anfangsphase bzw. streitet sie ab


    Der Beipackzettel
    Beschreibt den langfristigen NUTZEN des SSRIs auf die Depression. Er beschreibt aber auch die GEFAHR in der Anfangsphase.

    Ich persnlich glaube,
    wenn es die Gefahr in der Anfangsphase nicht gbe, wrde sie auf dem Beipackzettel auch nicht stehen.
    Ich glaube aber auch dass der Nutzen bzgl. der langfristigen Behandlung der Depression und damit der Suizid Abwendung, so wie ihn das DGPPN darlegt da ist.
    Was im Film nicht angesprochen wird ist, wie einem eine Depression ber Jahre mrbe macht. Wie viel Schmerz zu ertragen ist. Und wie wichtig es ist dass da eine Abhilfe Mglichkeit da ist.

    Was bietet der Film denn als Alternative fr depressionserkrankte an?
    Nix.

    Ich glaube dass die Info, dass bei der Einnahme eines SSRI ein erhhte Suzidgefahr in der Anfangsphase liegt genauso reierisch verkauft wurde, wie eben die Konzerne versuchen die Vorteile der Produkte nach vorne zu bringen und Nachteile so gut wie mglich zu verschweigen.

    Der Film wurde reierisch aufgemacht, ist unvollstndig weil er den Nutzen bei langfristiger Behandlung von Depressionen verschweigt. Dies wurde auf Kosten einer sensationellen Kernaussage gemacht. Man wollte es so darstellen dass da eine Riesensauerei luft. Billigend das man dafr viele Erkrankte von Depression damit abhlt eine medikamentse Therapie zu beginnen. Billigend dass dadurch eine nach schwerere Depression sich ausbildet. Und billigend dass dadurch sie Suizidgefahr fr den Betroffen steigt. Und dies alles um zu einem reierischen Film mit sensationienellem Aufdeckcharakter und damit auch zu mehr Geld fr den Film zu kommen.
    Komm Leute. Lasst den Fingerzeig auf die Industrie und schaut mal selbst in den Spiegel.

    Fr mich haben BEIDE Seiten Dreck am Stecken. Eben weil die Geldgier bei beiden – Pharmaindustrie & Filmemacher - ber die Moral gestellt wurde.

    Am Rande aber trotzdem erwhnt:
    Dem DGPPN
    htte es viel besser gestanden, wenn er sich zu der Gefahr der suiziderhhung in der Startphase eines SSRI bekannt htte. Schade

    Und, der engmaschige Kontakt, der in der Startphase zwischen behandeltem und Arzt notwendig sei, ist glaube ich i.d.R. nicht gegeben. Denn ich denke er msste dann in den ersten Wochen schon mind. 2x/W sein. Dass dies nicht geleistet wird, htte man lieber mal zugeben sollen


    „Habe fertig“

    einrb
    Gendert von einrb (04.05.2013 um 16:59 Uhr)

  3. #3
    Der Erklrbr. Benutzerbild von Koala-Br
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    Standard AW: Stellungnahme der DGPPN zur ARD-Reportage Gefhrliche Glckspillen

    DANKE.
    Wiss. Fakten zum Thema sind ja ansonsten rar, aber nur die interessieren mich.

    Wrter sind Illusionen. (Bodhidharma)

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von einrb
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    Standard AW: Stellungnahme der DGPPN zur ARD-Reportage Gefhrliche Glckspillen

    Leichtsinnige Verschreibung

    Mir kommt es immer sehr komisch vor, dass ein Psychaiter nach 10 Minuten diagnostiziert: Sie haben Depression und dann ein AD verschreibt.
    Das finde ich nicht i.O. denn AD die man lange nehmen muss sind schon eine ernste Entscheidung.

    So gesehen ist der Film nicht so ganz nebendran. Leider aber berzogen.

    fG
    einrb

  5. #5
    Neuer Benutzer
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    Standard AW: Stellungnahme der DGPPN zur ARD-Reportage Gefhrliche Glckspillen

    Hallo Ihr Lieben,
    nach langer Zeit nun von mir mein Erfahrungsbericht bezglich Fluoxetin - den ich auch noch mal in meinen separaten Fluoxetin-Thread kopieren werde.

    Vor 2 Jahren habe ich gegen meine Panikattacken und Autofahrangst Paroxetin genommen, Ergebnis: weniger Angst, allgemein gelster, aber starke Gewichtszunahme und Kreislaufbeschwerden. Bei vergessener oder zeitverzgerter Einnahme hatte ich diese merkwrdigen "Elektroblitze" und kurze Aussetzer. Ich war stndig mde und habe sehr stark geschwitzt. Deshalb habe ich Paroxetin abgesetzt und hatte erst mal die Nase voll von ADs ...

    Aber zurck zum Jetzt:

    Seit letztem Jahr: Zwangsgedanken, Angst, Panikattacken, Verlustangst, Depressionen - wahrscheinlich ausgelst durch Schlaganfall meines Mannes, private finanz.Sorgen, nervlich aufreibender Job im Kundendienst, Jobwechsel, Heimweh (wie entwurzelt durch Umzug vor 6 Jahren), Verlust von 4 geliebten Tieren, Sorge um meine geliebten Groeltern, Existenzangst und immer wieder Verlustangst, Angst um meinen Mann, wie es weitergeht etc. -> ich habe wohl den Absprung nicht geschafft, zu sagen: es reicht, Auszeit !!!

    Seit Anfang Juni nehme ich Fluoxetin. Anfangs widerstrebend und von Angst begleitet - auch aufgrund dieser reierischen Dokumentation der ARD (Fluoxetin = Prozac vom umstrittenen Pharmakonzern Lilly). Das habe ich auch mit meinem Doc & Therapeuten besprochen. Er hielt Fluoxetin fr geeignet, gerade auch wegen meiner strebedingten, unkontrollierten nchtlichen Freattacken und der Depressionen und der Antriebslosigkeit besonders morgens. Nun gut...

    2 Tage berlegt und gezgert, dann mit der Einnahme begonnen, immer in mich hineingefragt, ob und was sich verndert. Am 3.Tag der Einnahme ging es mir schlecht: starke Rckenschmerzen (eingeklemmter Nerv), ich nahm Ibu 800 ... mit dem Ergebnis: gestrte Wahrnehmung, ich habe an dem Tag echt gedacht, jetzt drehst Du komplett durch: der Raum wurde kleiner um mich, der Himmel kam nher, ich hatte Angst und Beklemmungen. Ich bat meinen Mann, mich SOFORT in die Klinik zu bringen, wenn es so weiter geht. Hab ihn an den Film erinnert bezglich Suizid, weil ich zu dem Zeitpunkt wirklich Angst hatte, etwas Unkontrolliertes zu tun ... !!!

    Wir haben dann auch auch darber diskutiert, ob ich abbrechen oder die ADs weiter nehmen soll. Mein Mann bestrkte mich, sie weiter zu nehmen und hat sich in der Einschleichphase sehr um mich gekmmert *puh* ...

    In den ersten Wochen folgten dann sehr intensive und verwirrende Trume (allerdings nicht mehr so traurige wie zuvor), stndige Mdigkeit. Aber: meine morgendlichen Depressionen und das morgendliche Weinen blieb aus !!! Das Einschleichen mit allen Problemen hat gelohnt !

    Momentan fhle ich mich "gut eingestellt", was nicht heit, da es auch qualvolle Tage gibt... Ich bin momentan in der Situation, da ich von meinem Lebensmittelpunkt (meine Groeltern, weil ich als Baby von meiner Mutter verlassen wurde) Abschied nehmen mu, auf meinen Mann achten, mich beruflich neu orientieren mu und wieder zu mir finden mu. Mein Leben hat sich sehr verndert und ich mu es jetzt annehmen und stark sein.

    Fluoxetin ist keine "Glckspille", aber momentan helfen mir die verschriebenen 20 mg sehr und mein Doc mchte es momentan auch bei dieser Dosierung belassen. Fr die sehr aufreibenden und schlimmen Momente habe ich Lorazepam verschrieben bekommen - nur fr den Bedarfsfall.

    Es gibt noch 2 Dinge, die ich der Ehrlichkeit halber erwhnen mchte: ich habe, ohne bewut darauf zu achten tatschlich 3 Kilo abgenommen (ganz selten noch Freattacken!), aber ACHTUNG: bei mir ist es so, da ich die Finger von Alkohol lassen mu !!! Trinke ich abends Wein oder Sekt (noch nicht mal Schnaps, den mag ich eh nicht), falle ich am nchsten Tag regelrecht in ein tiefes Loch - als ob die Depressionen dann doppelt so schlimm sind !!!! Wechselwirkung ?! Ok, jetzt mgen viele sagen, man soll eh nix trinken wegen der Medis... Aber wenn ich eingeladen bin etc., dann trinke ich auch gern mal ein Glas Sekt oder Wein ... ... Aber man mu es wirklich abwgen und es bei einem oder zwei Glsern belassen !

    Fazit fr mich in Bezug auf die Reportage der ARD: Fluoxetin ist keine Glckspille, aber das AD kann helfen !! Ich habe die Einschleichphase gut und mit Hilfe und Geduld in meinem Umfeld berstanden. Momentan mchte ich es nicht missen, wei auch nicht, wie es bei mir ohne das AD aussehen wrde. Ich habe momentan keine Nebenwirkungen - das Schwitzen ist bei den Temperaturen normal. Ich behalte es dennoch im Auge *puh* ...
    Ich schlafe gut durch, keine Trume mehr (oder kaum), bin nicht mehr bermig mde und fhle mich momentan auch emotionalen Situationen besser gewachsen. Morgens kann ich aufstehen ohne loszuheulen. Ich denke, das ist ein guter Fortschritt fr mich.

    Warten wir ab, was die Zukunft bringt !

    LG, Enny.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von einrb
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    Standard AW: Stellungnahme der DGPPN zur ARD-Reportage Gefhrliche Glckspillen


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    Ich finde deinen soliden und ehrlichen Beitrag im Sinne von Erfahrungsautausch gut.

    fG
    einrb

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