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Thema: Lebenslange medikamenteneinnahme

  1. #1
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    Standard Lebenslange medikamenteneinnahme


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    Einige hier nehmen (müssen nehmen) schon lange, vielleicht lebenslang medikamente gegen die angst.
    Mich würde mal interessieren wie es denen heute geht ? Haben sich die ängste gebessert durch die medis? Ginge es vielleicht auch ohne?
    Oder werden die medis nur aus "gewohnheit" oder bequemlichkeit weitergenommen ?
    Habt ihr irgendwas an eurer lebenssituation geändert ?

    Ich gebe zu, ich Frage sehr provokant, aber seit ich diese cd wege aus der angst mir anhöre, bin ich überzeugt, dass man lernen kann besser mit der angst umzugehen , (ohne medis) , wenn man mehr auf die eigenen bedürfnisse achtet und auch mal nein sagt.
    Auch die frage, was die angst von mir will finde ich spannend.
    Dazu gibt es ein interessantes Interview mit der angst, nachzulesen auf der seite von roland rosinus.

    Bin auf eure reaktionen sehr gespannt.

  2. #2
    Mod i.R. Benutzerbild von Lutz
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme

    1. Mir geht es psychisch gut.
    2. Mit Medikament bin ich frei von krankhaften Ängsten.
    3. Absetzversuche scheiterten an wiederkehrenden Problemen.
    4. Es geht nicht ohne und das hat nichts mit Gewohnheit oder gar Bequemlichkeit zu tun.
    5. Meine Lebenssituation habe ich grundlegend geändert, so strebte ich einen vorzeitigen Ruhestand an und beteilige mich wieder ganz normal am Leben.

    Dir geht es sicher um die Grundsatzfrage Medikamente ja oder nein, die weiterführt auf die Frage der Ursache Hirnstoffwechsel oder Verhaltensstörung.

    Die Antwort darauf findest Du, wenn überhaupt, bei der Betrachtung, welcher Therapieansatz der erfolgreichste bei Ängsten ist.

    Es ist die kombinierte Therapie mit Medikamenten und Psychotherapie. Sie deckt beide Ursachen ab und umgeht damit diese entweder/oder - Frage, bzw. stellt sie den Zusammenhang zwischen Hirnstoffwechsel und Verhalten nicht in Frage, weil diese Frage wissenschaftlich noch nicht beantwortet werden kann.

    Man sieht das daran, dass Medikamente nicht gezielt eingesetzt werden, sondern ausprobiert und nach ärztlicher Erfahrung verordnet werden. Also try and error oder auf deutsch Versuch und Fehler bis das Richtige gefunden wird.

    Und andererseits an der unterschiedlichen Wirkung der Psychotherapieansätze und der sogenannten, aber nicht genau definierbaren Chemie zwischen Patient und Psychologen.
    Null -acht -fünfzehn Therapieansätze führen oftmals eher zu Frust und Kontra beim Betroffenen. Die Komplexität wird auch besonders deutlich an der Vielzahl der Bücher und theoretischen Ansätzen.

    Letztlich darf man was ganz wichtiges nicht vergessen. Die persönlichen Angstproblematik nimmt auch Einfluss auf die Einstellung und den Glauben an die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten.

    Wer Angst vor Medikamenteneinnahme hat, wird sein Heil wohl eher in der Physiothera suchen und wer Angst vor Manipulation und Fremdbeeinflussung hat zu Medikamenten greifen.

    Kann der Beginn eines angstbestimmten Kreislaufs sein, der nur schwer zu durchbrechen ist.

    Also am besten nichts für sich ausschließen und offen bleiben.

    Strickliesel, wenn Du Dir also die Frage entweder/oder stellst bzw. ja bereits beantwortest, sollte Dir klar sein, dass Du auf dem besten Weg bist, eine wesentliche Therapiemöglichkeit auszuschließen und Dir Deine Ängste den Weg in einen schwer lösbaren Angstkreislauf weisen.
    Liebe Grüße
    Lutz

    Nur wer alle Blickwinkel prüft, weiss, welcher der richtige ist.

  3. #3
    Administrator Benutzerbild von Lunie
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme

    Zitat Zitat von Strickliesel Beitrag anzeigen
    Einige hier nehmen (müssen nehmen) schon lange, vielleicht lebenslang medikamente gegen die angst.
    Mich würde mal interessieren wie es denen heute geht ? Haben sich die ängste gebessert durch die medis? Ginge es vielleicht auch ohne?
    Oder werden die medis nur aus "gewohnheit" oder bequemlichkeit weitergenommen ?
    Habt ihr irgendwas an eurer lebenssituation geändert ?

    Ich gebe zu, ich Frage sehr provokant, aber seit ich diese cd wege aus der angst mir anhöre, bin ich überzeugt, dass man lernen kann besser mit der angst umzugehen , (ohne medis) , wenn man mehr auf die eigenen bedürfnisse achtet und auch mal nein sagt.
    Auch die frage, was die angst von mir will finde ich spannend.
    Dazu gibt es ein interessantes Interview mit der angst, nachzulesen auf der seite von roland rosinus.

    Bin auf eure reaktionen sehr gespannt.
    Die Ängste haben sich durch die Medikamente sehr gebessert.
    Nein, die Medikamente alleine heilen ganz sicher nicht, aber sie machen das Leben um einiges einfacher.
    Auch die Therapie "heilt" nicht, man bekommt Wege aufgezeigt und muss gucken welcher der Beste für sich selber ist.
    Ich verstehe die Frage nach "Bequemlichkeit" nicht - was genau soll an der Medikamenteneinnahme bequem sein?
    Wenn damit gemeint ist, dass man zu bequem ist selber was zu tun und lieber Medis schluckt, dann ist das ein großer Irrtum - denn ob mit oder ohne Medikamente - es ist immer Eigeninitiative und ganz viel Arbeit an sich selber nötig um mit der Angst einigernmaßen "normal" leben zu können.
    Klar, mit Medis mag es etwas einfacher sein, weil sie zu einem den Antrieb geben überhaupt was zu tun und zum anderen etwas die Angst dämpfen.

    Es gibt unzählige Bücher, CD's, Filme etc... über Wege aus der Angst.
    Und ich glaube ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass derjenige der DEN Weg aus der Angst kennt, längst schon den Nobelpreis bekommen hätte.
    Nur leider gibt es DEN Weg nicht - auch wenn viele Autoren meinen ihn neu erfunden zu haben.
    Auch Roland Rosinus erzählt in seinen Büchern nichts, was nicht tausend andere schon vor ihm geschrieben haben.

    Bemerkenswert finde ich es aber, dass er zugibt, dass er nicht geheilt ist.

  4. #4
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme

    Ja lunie, mit bequemlichkeit meinte ich es so, wie du schreibst.
    Ich tu mir schon immer schwer mit einnahme von medikamenten, allein wenn ich die nebenwirkungen lesen .....
    Ich bin eigentlich schon immer bestrebt, alles allein hinzukriegen, hinzukriegen müssen
    Klar, mit medi wäre manches bestimmt leichter
    Aber vielleicht geht es mir noch nicht dreckig genug, habe ich noch nicht genug leidensdruck....
    Was mir an dem rosinus gefällt, ist, dass er selbst betroffener ist, also aus erfahrung spricht und auch sagt, er wollte eine weg finden, wie es ihm besser geht
    Denn die angst besiegen, bekämpfen findet er nicht gut.
    Auch will er nur wege aufzeigen, die ihm geholfen haben, und keinen weg beschreiben, der sagt wenn du es so machst geht es dir besser.
    Jeder muss seinen eigenen weg finden
    Geändert von Strickliesel (16.05.2019 um 12:12 Uhr)

  5. #5
    Mod i.R. Benutzerbild von Lutz
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme

    Ohne einen maximalen Leidensdruck hätte ich wohl auch keine Medikamente genommen.
    Für die Entscheidung habe ich über 20 Jahre gebraucht.
    Also keine leichte Entscheidung und bis dahin endlose Quälerei und auf keinen Fall Suche nach Bequemlichkeit.
    Liebe Grüße
    Lutz

    Nur wer alle Blickwinkel prüft, weiss, welcher der richtige ist.

  6. #6
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme

    Ich denke auch, es kommt auf den Grad des Leidensdruckes an, den man so hat. Ich war auch lange gegen Medikamente bzw. ich hatte große Angst davor, bis ich irgendwann kapiert hatte, dass ich trotz aller Therapie und aller Bemühungen meine Angststörung bis an mein Lebensende behalten werde und durch diese "Behinderung" auf viele Dinge verzichten muss. Mit Medikament ist zwar auch längst nicht alles toll, aber ich kann damit ein einigermaßen normales Leben führen und die Dinge tun, die mir wichtig sind, ohne immer wieder durch Angstzustände und Panikattacken aus der Umlaufbahn geworfen zu werden. Und dafür bin ich inzwischen sehr dankbar und nehme die ein oder andere Nebenwirkung dafür in Kauf. Die "Nebenwirkungen" der Angststörung sind bzw. waren dagegen wesentlich schlimmer.
    Geändert von silberauge (19.09.2019 um 16:55 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme

    So, ich bin ja hier eine der wenigen die dafür plädiert sich um die Ängste zu kümmern

    Meiner Meinung nach sind Ängste etc lediglich ein Symptom.
    Es gilt also , heraus zu finden , was die Ursache der Ängste sind. Das kann dauern, aber ich bin davon überzeugt, dass es tiefenpsychologisch zu klären gilt, was die Ängste verursacht hat.
    Die meisten hier haben das ja nicht so wirklich probiert, sondern eher nach den kurzfristigen Lösungen gesucht.
    Also mir hat meine Psychoanalyse geholfen, da die Ängste aus den unbewussten Konflikten kamen

    Sorry, wenn das wieder so knapp klingt, aber ich schreibe vom Handy, was mich arg anstrengt.
    Geändert von P.A. (20.09.2019 um 00:04 Uhr)
    Seit ich den Tod kenne, lerne ich ohne Angst zu leben.

  8. #8
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme

    Zitat Zitat von P.A. Beitrag anzeigen
    .
    Die meisten hier haben das ja nicht so wirklich probiert, sondern eher nach den kurzfristigen Lösungen gesucht.
    Woher willst du das wissen?

    Angststörungen können die unterschiedlichsten Ursachen haben, aber es lassen sich eben nicht immer konkrete Ursachen finden. Oder es lassen sich konkrete Ursachen finden, aber die Angst bleibt trotzdem oder taucht in einer stressigeren Lebensphase geballt wieder auf. Die Genetik spielt dabei außerdem eine gewichtige Rolle, bis zu 50%. Und wenn man diese gewisse Vulnerabilität besitzt, dann bleibt man lebenslang für bestimmte psychische Störungen zumindest anfällig.

    Ich habe Therapieformen durch wie Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologe, Psychoanalyse und auch Verfahren wie EMDR und Hypnose. Das alles war zwar auch hilfreich, hat aber den Kern dieser Störung nicht wirklich erfasst. Die Ursachenforschung empfand ich außerdem, ich nenne es mal "beliebig". Mal wurde dieses, mal jenes als Ursache dingfest gemacht, je nach Therapieform und Spezialisierung des Therapeuten. Die Angststörung blieb von allem aber relativ unbeeindruckt. Und ich wurde dabei immer problemorientierter spaßbefreiter und kam immer weiter weg von dem Leben, was ich eigentlich führen wollte.

    Aber so ist das sicher bei jedem anders und es ist doch schön für dich, dass dir die Psychoanalyse so gut geholfen hat.

  9. #9
    Administrator Benutzerbild von Lunie
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme

    Zitat Zitat von silberauge Beitrag anzeigen
    Woher willst du das wissen?

    Angststörungen können die unterschiedlichsten Ursachen haben, aber es lassen sich eben nicht immer konkrete Ursachen finden. Oder es lassen sich konkrete Ursachen finden, aber die Angst bleibt trotzdem oder taucht in einer stressigeren Lebensphase geballt wieder auf. Die Genetik spielt dabei außerdem eine gewichtige Rolle, bis zu 50%. Und wenn man diese gewisse Vulnerabilität besitzt, dann bleibt man lebenslang für bestimmte psychische Störungen zumindest anfällig.

    Ich habe Therapieformen durch wie Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologe, Psychoanalyse und auch Verfahren wie EMDR und Hypnose. Das alles war zwar auch hilfreich, hat aber den Kern dieser Störung nicht wirklich erfasst. Die Ursachenforschung empfand ich außerdem, ich nenne es mal "beliebig". Mal wurde dieses, mal jenes als Ursache dingfest gemacht, je nach Therapieform und Spezialisierung des Therapeuten. Die Angststörung blieb von allem aber relativ unbeeindruckt. Und ich wurde dabei immer problemorientierter spaßbefreiter und kam immer weiter weg von dem Leben, was ich eigentlich führen wollte.

    Aber so ist das sicher bei jedem anders und es ist doch schön für dich, dass dir die Psychoanalyse so gut geholfen hat.
    Genauso seh` ich es auch!

  10. #10
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    Standard AW: Lebenslange medikamenteneinnahme


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    Ja, war so krass auch nicht gemeint, ich drücke mich einfach oft so kurz und hart aus.
    Mir geht es im Moment so, dass ich jetzt wieder Angstzustände bekomme, weil ich am Montagmorgen meinen Vater ganz früh ins Krankenhaus begleiten soll für ein OP Gespräch und dies ausgerechnet das KH ist , wo ich Montagsmorgens immer hin musste zur Chemo.
    Ihr seht, bei mir ist auch nicht alles Gold.
    Ich schreibe das hier nur ab und zu, weil es bei mir echt krass war welche Kurven mein Unterbewusstes gefahren ist, da wäre ich ohne meinen Analytiker nie drauf gekommen.
    Also alles gut
    Seit ich den Tod kenne, lerne ich ohne Angst zu leben.

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