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Thema: Ängste von anderen übernehmen

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Regine
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    Standard Ängste von anderen übernehmen


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    Hallo zusammen,

    in meinen letzten Antworten hier im Forum habe ich u.a. über meine Ängste geschrieben:

    Mit Höhenangst und Raumangst hat alles angefangen und im Laufe der Jahre sind noch andere Ängste dazu gekommen.

    Das hat etwas bei mir in Gang gesetzt, was mich am Ende ziemlich durcheinander gebracht hat. Ich habe mich schon oft gefragt, ob die Ängste die ich empfinde wirklich alle meine eigenen Ängste sind und ich kann sagen, nein, sind sie nicht! Ich kenne meine Ängste. Höhenangst war die erste Angst, die ich bewußt empfunden habe. Als Kind z.B. bei Ausflügen in die Berge mit meinen Eltern, von Ängsten aus der der Kleinkindzeit in Bezug auf Höhenangst weiß ich nur aus Erzählungen.

    Raumangst und Angst im Dunkeln haben einen realen Hintergrund und sind aus falschen Erziehungsmethoden (Bestrafungsmethoden) meiner Eltern entstanden. In Anwesenheit meiner Eltern habe ich Ängste empfunden, aber ich hatte keine Angst vor meinen Eltern. So wie ich jetzt auch Ängste empfinden, die nicht meine sind, sondern die meines Mannes.

    Mein Mann hat soziale Ängste, die habe ich nie gehabt und die empfinde ich nur wenn ich mich im näheren Umfeld meines Mannes befinde. Bin ich unterwegs, habe ich diese Ängste nicht. So sind in über 30 Ehejahren viele Ängste die mein Mann mit sich herumträgt auch meine Ängste geworden, aber zum Glück nicht seine Depression.

    Ich habe eine sehr offene, entgegenkommende und einfühlsame Persönlichkeit. Das endet oft damit, dass ich mir im RL die Sorgen und Nöte anderer schnell zu meinen eigenen mache. Ich bin viel zu empathisch und in einer lange Jahre zurückliegenden Therapie wurde mir einmal gesagt: Wenn sie in einen Raum mit anderen Menschen kommen, legen sie ihre Persönlichkeit an der Garderobe ab! Leider ist das so.

    Ich werde jetzt erst einmal daran arbeiten, die Ängste meines Mannes nicht ganz so an mich ranzulassen und das gelingt mir schon jetzt ein bisschen. Es hilft meinen Mann nicht, wenn ich seine Ängste mit fühle, es schafft zwar ein Gefühl von Gleichklang und Verbundenheit, aber der Preis ist doch ziemlich hoch.

    Kennt Ihr das auch, sich Ängste von anderen sich zueigen zu machen?

    Liebe Grüße
    Regine

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Ängste von anderen übernehmen

    Ja, bei mir ist das teilweise auch so.
    Aber da das ja ein unbewusster Prozess ist, ist das auch sehr schwer zu erkennen.
    Seit ich den Tod kenne, lerne ich ohne Angst zu leben.

  3. #3
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    Benutzerbild von Regine
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    Standard AW: Ängste von anderen übernehmen

    Ich muss sehen, dass ich mich von den Ängsten meines Mannes besser abgrenzen kann ohne ihm das Gefühl zu geben, ich gehe auf Distanz zu ihm. Im Moment bin ich ganz schön erschöpft von den letzten Monaten, in denen mein Mann versucht hat ohne seine Medikamente auszukommen. Es drängen sich auch langsam Gedanken und Sorgen um die Zukunft auf, aber das Schreiben hier hilft mir, es entlastet mich ein wenig.

  4. #4
    Administrator Benutzerbild von Lunie
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    Standard AW: Ängste von anderen übernehmen

    Ist dein Mann denn ohne Medikamente klar gekommen?
    Ich denke, dass es wirklich sehr wichtig für dich ist, wenn du dich nicht zu sehr in die Empfindungen deines Mannes rein versetzt.
    Das tut dir nicht gut und deinem Mann hilft es nicht, im Gegenteil - da sind auf einmal 2 die die gleichen Ängste haben, das könnte ihn tiefer in die Angst treiben.

  5. #5
    Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Ängste von anderen übernehmen

    Das konnte ich bisher noch nicht feststellen.
    Wenn bei mir eine Angst hinzu kam dann war es eher durch ein Erlebnis. Erwartungsangst quasi

  6. #6
    Mod i.R. Benutzerbild von Lutz
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    Standard AW: Ängste von anderen übernehmen

    Direkt krankhafte Ängste habe ich ja nicht mehr.

    Manchmal fühle ich mich aber in Situationen mit vielen Menschen und diversen Umweltreizen schnell reizüberflutet und überfordert.

    Ich gehe dann eben aus dieser Situation heraus.

    Meine Frau empfindet das aber genauso und hatte noch nie Angstprobleme.
    Liebe Grüße
    Lutz

    Nur wer alle Blickwinkel prüft, weiss, welcher der richtige ist.

  7. #7
    Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Ängste von anderen übernehmen


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    Vielen Dank für Eure Antworten. Ich freue mich immer wenn ich lese, dass es Euch gutgeht und das wünsche ich Euch allen auch von Herzen: Viele gute, angstfreie und entspannte Zeiten.

    Mein Mann tut sich schon immer schwer in Leben, aber er ist zurechtgekommen solange er noch gearbeitet hat. Das hat sich verändert, als er in Rente gegangen ist, er hat keine Hobbys und letztendlich auch wenig Interesse. Seit 2 Jahren bekommt er Citalopram und ohne das Medikament fällt er in einem Zustand, der ähnlich ist wie eine Demenz. Er wirkt dann ziemlich hilflos und verloren, ist abweisend, ängstlich und mir so fremd. Mit dem Medikament ist es deutlich besser

    Meinem Mann geht es besser wenn ich seine Ängste mit ihm teile, dann fühlt er sich nicht alleine gelassen. Ich trage seinen Zustand schon immer mit, es war nie ein Problem, bis auf die letzten Jahre. Nun merke ich aber, dass mir die Kraft abhanden kommt und dann kommen bei mir die Ängste wieder. Ich habe nun für Mai einen Termin beim Facharzt um die ganze Problematik einmal anzusprechen.

    Es macht mich im Moment traurig, dass unsere Ängste, die uns ja mal zusammengeführt und so sehr miteinander verbunden haben, uns nun im Alter ziemlich belasten.

    Liebe Grüße
    Regine

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