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Thema: Medikament nehmen ja/nein ?

  1. #21
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?


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    Zitat Zitat von Steffie Beitrag anzeigen
    Ja, unbedingt. Meiner Meinung nach hat es (auch?) was mit dem Gehirnstoffwechsel zu tun.
    Ich denke, es hat auf jeden Fall mit dem Gehirnstoffwechsel zu tun. Nur ist dieses Gebiet leider noch nicht sehr erforscht, man weiß einfach nicht genau, was WIRKLICH im Gehirn passiert, man vermutet es nur. Man weiß auch nicht genau, wie moderne Antidepressiva wirken. Auch hier Vermutungen und verschiedene Theorien, die sich zum Teil sogar widersprechen. Irgendetwas wirkt, aber warum sprechen die einen darauf an und andere gar nicht?

    Ein kompliziertes Organ, das Gehirn!

  2. #22
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?

    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen

    Hier stellt sich natürlich bei Angstbetroffenen die Frage, ob nicht die Angst vor Medikamenten Bestandteil der Angsterkrankung ist.
    Da kann sicher etwas dran sein, aber viele Angstpatienten werden auch von Therapeuten diesbezüglich noch weiter oder erst recht verunsichert. Vor allem Verhaltenstherapeuten (und zu denen wird man als Angstpatient meist als erstes geschickt) neigen dazu, ihren Patienten zu erzählen, Medikamente würden das Vermeidungsverhalten bei Angst fördern und man würde seine Angst so nie los. Mir ist das auch schon so gesagt worden und ich weiß sogar von einem Verhaltenstherapeuten, der Patienten gar nicht behandelt, solange sie Medikamente nehmen. Diese müssen dann erst "clean" werden, wenn sie in den Genuss seiner Therapie kommen wollen.

  3. #23
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?

    Die Theorie dahinter ist ja, man würde seine Angst unter einem Medikament nicht richtig spüren und so auch nicht die Erfahrung machen, wie die Angst abnimmt, wenn man sie konfrontiert. Außerdem würde man sich mit der Einnahme der Medikamente "beweisen" dass die Angst gefährlich sei und man sie bekämpfen müsse und auch diese Sichtweise würde die Angst aufrechterhalten.
    Der Neurologe/Psychiater dagegen sagt, die Ursache der Angst sei eine Störung im Gehirn und müsse/könne mit Medikamenten bekämpft/behandelt werden. Was soll man da als Angstpatient bloß glauben?
    Mich haben diese unterschiedlichen Aussagen jedenfalls immer sehr verunsichert und dazu geführt, dass ich mal Medikamente nahm/nehme und mal nicht. Und immer wieder darüber nachgrübele, was nun richtig/falsch ist, da es schließlich um meine Gesundheit geht und den richtigen Weg einzuschlagen.
    Geändert von silberauge (06.03.2016 um 18:56 Uhr)

  4. #24
    il caffé
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    Benutzerbild von ilcaffé
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?

    Darüber streiten sich die Gelehrten ja auch heftig in letzter Zeit.
    Überhaupt die Vorgänge des Gesamten Nervensystems, der Mensch ist ja nicht nur Kopfgesteuert, sollten vielleicht einmal mehr Aufmerksamkeit verdienen.

    Was mich schon etwas beschäftigt. Mein Vater hatte im gleichen Alter wie ich jetzt bin, mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, war zu einer Therapie und nahm Medis. Nach fast 10 Jahren besserte es sich dann. Das Medikament setze er in dieser Zeit selbst ab. Heute sind bestimmte Symptome immer noch in abgeschwächter Form vorhanden.

    il caffè
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  5. #25
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?

    Zitat Zitat von silberauge Beitrag anzeigen
    Die Theorie dahinter ist ja, man würde seine Angst unter einem Medikament nicht richtig spüren und so auch nicht die Erfahrung machen, wie die Angst abnimmt, wenn man sie konfrontiert. Außerdem würde man sich mit der Einnahme der Medikamente "beweisen" dass die Angst gefährlich sei und man sie bekämpfen müsse und auch diese Sichtweise würde die Angst aufrechterhalten.
    Der Neurologe/Psychiater dagegen sagt, die Ursache der Angst sei eine Störung im Gehirn und müsse/könne mit Medikamenten bekämpft/behandelt werden. Was soll man da als Angstpatient bloß glauben?
    Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Soviel ich weiß, führt eine erfolgreiche Verhaltenstherapie dazu, dass der Hirnstoffwechsel sich ändert. Umgekehrt führt eine medikamentöse Veränderung des Hirnstoffwechsels zu Änderungen im Verhalten. Deswegen ist die herrschende Lehrmeinung auch, dass eine Kombination von Medikament und Psychotherapie die beste Wirkung verspricht. Allerdings sind manche Ärzte der Ansicht, dass wegen der Nebenwirkungen, die eben jedes Medikament hat, leichte Fälle ohne Medikament behandelt werden sollten und die Psychotherapie ausreiche. Andererseits besteht eine der Indikationen für Antidepressiva darin, dass eine ausreichende Therapiemotivation nicht vorhanden ist.

  6. #26
    Mod i.R. Benutzerbild von Lutz
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?

    Meine Umweltfaktoren im Arbeitsumfeld verschlechtern sich.

    Meine Kollegin länger krank wegen Herzkasper.

    Mehr Arbeit und Verantwortung für mich.

    Seit Ende Januar kein freies Wochenende gehabt.

    Also die Signale stehen auf knallrot, Aufpassen, dass nicht alles so eskaliert und aus dem Gleichgewicht kommt, dass es zusammenbricht und mich dahin zurückwirft, wo ich mal war.

    Heute hatte ich eine für mich arg stressige Situation.

    Ein Fotoshooting mit der Geschäftsführung.

    Also habe ich mich gestern beim Zurechtmachen meiner Tablettenbox entschieden Montag früh, also heute, das Opipramol einmalig von 50 auf 100 mg zu erhöhen.

    Das Fotoshooting habe ich generös überstanden, der restliche Tag lief sehr gut.

    Also glücklich und zufrieden den Tag nochmal vorbeiziehen lassen und da kam plötzlich der Gedanke, ist ja alles nichts wert, da ich ja die Dosis erhöht hatte.

    Nun kommt es. Nach dem Essen vorhin nehme ich die Tablettenschachtel in die Hand um meine Zuckertablette zu nehmen und denke, da stimmt doch was nicht.

    Ich hatte die einzelnen Schachteln für die Wochentage falsch in die Box eingeordnet und habe heute morgen die Tabletten für Sonntag genommen, also die normale Dosis von 50 mg.



    Was ist die Moral von der Geschichte?

    Ob ein Erfolg mit oder ohne medikamentöse Unterstützung mehr oder weniger hoch zu werten ist, hängt einzig und allein von der Einstellung dazu im Kopf ab.

    Es ändert nichts am Fakt, dass man das Leben gemeistert hat.
    Liebe Grüße
    Lutz

    Nur wer alle Blickwinkel prüft, weiss, welcher der richtige ist.

  7. #27
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?

    Ich finde es völlig in Ordnung MIT Medikamenten sein Leben zu meistern, wenn es ohne eben nicht geht. Ich bin außerdem auch der Meinung das man nicht ALLES therapieren kann. Mit einigen Macken muss man vielleicht auch "einfach" leben lernen.

    Lutz, wirkt Opipramol bei dir auch stimmungsaufhellend, also gegen Depri, oder nimmst/brauchst du sie nur gegen Angst?
    Geändert von silberauge (07.03.2016 um 19:40 Uhr)

  8. #28
    Mod i.R. Benutzerbild von Lutz
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?

    Hallo Silberauge,

    keine großen Ängste mehr zu haben ist ja stimmungsaufhellend an sich.

    Also die angstreduzierende Wirkung ist bei mir sehr gut, die stimmungsaufhellende Wirkung einer Flasche Feierabendbier ist größer, um es mal salopp zu sagen.
    Liebe Grüße
    Lutz

    Nur wer alle Blickwinkel prüft, weiss, welcher der richtige ist.

  9. #29
    Administrator Benutzerbild von Lunie
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?

    Zitat Zitat von Wasserkran Beitrag anzeigen
    Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Soviel ich weiß, führt eine erfolgreiche Verhaltenstherapie dazu, dass der Hirnstoffwechsel sich ändert. Umgekehrt führt eine medikamentöse Veränderung des Hirnstoffwechsels zu Änderungen im Verhalten. Deswegen ist die herrschende Lehrmeinung auch, dass eine Kombination von Medikament und Psychotherapie die beste Wirkung verspricht. Allerdings sind manche Ärzte der Ansicht, dass wegen der Nebenwirkungen, die eben jedes Medikament hat, leichte Fälle ohne Medikament behandelt werden sollten und die Psychotherapie ausreiche. Andererseits besteht eine der Indikationen für Antidepressiva darin, dass eine ausreichende Therapiemotivation nicht vorhanden ist.
    Sehr guter Beitrag. Genauso denke ich auch.
    Ich finde es völlig in Ordnung MIT Medikamenten sein Leben zu meistern, wenn es ohne eben nicht geht. Ich bin außerdem auch der Meinung das man nicht ALLES therapieren kann. Mit einigen Macken muss man vielleicht auch "einfach" leben lernen.

  10. #30
    Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Medikament nehmen ja/nein ?


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    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    Hallo Silberauge,

    keine großen Ängste mehr zu haben ist ja stimmungsaufhellend an sich.

    Also die angstreduzierende Wirkung ist bei mir sehr gut, die stimmungsaufhellende Wirkung einer Flasche Feierabendbier ist größer, um es mal salopp zu sagen.
    Hallo Lutz,

    die angstreduzierende Wirkung ist bei mir so mittel und von Stimmungsaufhellung bemerke ich kaum etwas. In sehr angstbesetzten stressigen Situationen muss ich manchmal noch ein Benzo zusätzlich nehmen. Kam in letzter Zeit öfter vor und das finde ich nicht so toll.

    In welcher Dosierung nimmst du das Opipramol und wie verteilst du es über den Tag?
    Geändert von silberauge (13.03.2016 um 23:26 Uhr)

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